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Regionalbischöfin Gisela Bornowski erstmals im Dekanatsbezirk zu Gast

Regionalbischöfin Gisela Bornowski
Regionalbischöfin Gisela Bornowski. Foto: Förthner

 

Visionen für die Kirche der Zukunft

Regionalbischöfin Bornowski: Kirche muss sich verstärkt an unterschiedlichen Lebenswelten orientieren


GRÄFENSTEINBERG (hk) - Erst­mals seit ihrer Amtseinführung im März war Regionalbischöfin Gisela Bornowski offiziell zu Gast im Kreise der Kirchenvorsteher - beim „Abend der Kirchenvorstände", zu dem der evangelische Dekanatsbezirk Gun­zenhausen nach Haundorf-Gräfen­steinberg eingeladen hatte.
Dekan Klaus Mendel erhoffte sich davon, wie er zur Begrüßung sagte, neue Impulse für die Arbeit in der Gemeinde und „Visionen einer zu­künftigen Kirche" - so lautete auch der Titel des Vortrags der Regionalbischöfin.
Die stellte eingangs fest, dass das Lebensgefühl auf dem Lande ganz eng mit der Kirche verbunden sei. Sie präge die Menschen und sei immer noch ein großer Schatz. Jedoch gebe es Strukturveränderungen, von de­nen der demografische Wandel der bedrohlichste sei. Die Gemeinden werden immer kleiner und älter, ein Pfarrer sei schon jetzt für zwei, drei, fünf oder gar für sechs Gemeinden zuständig.
Die Kirche müsse sich zukünftig an den unterschiedlichen Lebenswelten orientieren. Traditionen gehen mehr und mehr verloren, die Jugend und junge Familien fehlten in der Kirche, für viele sei der regelmäßige Gottes­dienstbesuch schon lange nicht mehr selbstverständlich. Seelsorge sei demnach wichtiger denn je, doch Bornowski wies darauf hin, dass Pfarrstellen auf dem Lande schwer zu besetzen seien; es gebe lange Va­kanzen.
Die Kirche hat für die Regionalbi­schöfin aber auch viele schöne Sei­ten, Stärken und Entwicklungspo­tenziale, die die kirchliche Arbeit auf dem Lande lohnenswert und attrak­tiv machten. Viele Menschen haben ein belebendes Gottvertrauen, das sie gerade in Krisenzeiten trage.
Die Kirche zieht sich, so Gisela Bornowski, nicht aus der Fläche zu­rück, müsse jedoch Strukturen ver­ändern, manche Angebote reduzieren und Schwerpunkte setzen. Ein The­ma war auch, die ökumenische Zu­sammenarbeit weiterzuentwickeln. Dabei gehe es speziell um die evange­lisch- katholische Kooperation, aber auch um die Kooperation mit evan­gelischen Freikirchen oder landes­kirchlichen Gemeinschaften. Das sei sicher schwierig, aber man solle die Chance bewahren, miteinander zu re­den - auch über Empfindlichkeiten.
Die beiden großen Kirchen stünden vor ähnlichen Herausforderungen. Sie müssten mit weniger finanziellen und personellen Mitteln und unter veränderten Rahmenbedingungen eine einladende, ausstrahlende Kir­che gestalten. Dabei könne Zusam­menarbeit helfen. „Wir können es uns in einer immer stärker säkularisier­ten Welt nicht leisten, die konfessio­nellen Unterschiede so zu betonen. Die Gesellschaft braucht ein gemein­sames Zeugnis von den Christen. Die meisten Menschen verstehen die un­terschiedlichen Lehrmeinungen und Spitzfindigkeiten sowieso nicht. Wir müssen zu einer versöhnten Verschie­denheit kommen, die anderen Kon­fessionen gelten lassen und einander tolerieren. Die Vielfalt ist ein großer Schatz und besonders in der evange­lischen Kirche ein Teil des „Kirche-Seins", betonte Gisela Bornowski.
Sie räumte ein, dass die Kirche nicht alles richtig mache. In und an der Kirche sei manches zu kritisieren. Es menschle in deren Reihen genauso wie in anderen Gemeinschaften.

 

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe 31. Oktober 2014

©Text und Foto: Horst Kuhn

 

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

 

Regionalbischöfin Gisela Bornowski

Dekan Klaus Mendel konnte Regionalbischöfin Gisela Bornowski zum

diesjährigen Kirchenvorsteherabend begrüßen.

 

 

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