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Kirchengeschichte Wachstein 2014

Wachstein
Foto: Kuhn

Kirche St.-Michael

 

Zu den „Neubauten" unter den Kirchen im Landkreis zählt das Wachsteiner Gotteshaus. Die St.-Michaels-Kirche wurde erst in den Jahren 1907 und 1908 errichtet. An diesem Wo­chenende wird in Wachstein die Weihe der Kirche vor über 100 Jahren gefeiert.
Doch bereits im 14. Jahrhun­dert wird eine Kirche in Wach­stein erwähnt. Marschall Hein­rich von Pappenheim bestimmt 1368, dass der Pfarrer von Thei­lenhofen „kirchen und pharr ze Teilnhofen vund ze Wachstain" besorgen soll. Bis 1415 war die Wachsteiner Kirche Filiale von Theilenhofen.
In einem Visitationsbericht aus dem Jahr 1458 wird sie aber als Pfarrkirche tituliert: „Bachstein Ecclesia Parrochia­lis S. Michaelis de praesentati­one Marschalci de Bappen­heim" (für die Pfarrkirche St. Michael zu Wachstein hat der Marschall von Pappenheim das Besetzungsrecht). 1480 wird dies noch einmal bestätigt.
In dieser Zeit scheint der Vor­gängerbau der gegenwärtigen Kirche errichtet worden zu sein. Als dieses Gotteshaus wegen Baufälligkeit abgebrochen wur­de, fand man im Bereich des Turms ein Fundament eines noch älteren Baus. Auch die Kirche aus dem 15. Jahrhun­dert war eine Chorturmkirche. Den rechteckigen Chor über­spannte ein Kreuzgewölbe mit kräftigen Rippen. Die Kanzel war an der Nordseite des Chor­bogens. An der Süd- und West­seite war eine Empore.
Auch die neue Kirche wurde als Chorturmkirche erbaut. Hier überspannt den Chor ein blau bemaltes mit goldenen Sternen verziertes Kreuzgratge­wölbe. Während die Orgel und der Altar, der erst 1899 in die alte Kirche gekommen war, im neuen Chor wieder Aufstellung fand, gestaltete man die Kanzel neu.
An den Ecken des recht­eckigen Korpus stehen die Fi­guren von Luther und Paulus. Eine Besonderheit ist der Samt­vorhang, der den Aufgang ein­rahmt. Das Kruzifix im neugo­tischen Altar wird von zwei En­geln flankiert und zu Füßen des Gekreuzigten steht ein Kelch mit einer Hostie. Vor dem Chor­bogen steht der Taufstein. Der Schmuck der Kirche konzen­triert sich auf diese drei Stücke der Einrichtung und auf ein rundes Farbglasfenster über dem Altar.
Auf dem mit einem spitzen Helm gedeckten Turm hängt eine Glocke, die ebenfalls aus der alten Kirche übernommen wurde. Sie wurde zur Erbau­ungszeit dieser Kirche im 15. Jahrhundert in Nürnberg gegos­sen und trägt den „englischen Gruß" als Inschrift: „ave maria gracia plena dommvs tecvm be­nedicta tv in mu" (Gegrüßt seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du gebenedeite unter den Frauen).
Daran, dass die Kirche kein gewöhnliches Gebäude ist, son­dern das Haus Gottes, erinnert ein Fresko über dem Portal. Dargestellt sind Jakob und die Himmelsleiter. Darunter stehen die Worte, die Jakob spricht, als er nach seinem Traum erwacht: „Wie heilig ist diese Stätte. Hier ist nichts anders, denn Gottes Haus und hier ist die Pforte des Himmels!" Das Gebäude an sich ist noch nicht heilig, aber es wird gehei­ligt durch das Wort Gottes, das hier verkündet wird, durch die Sakramente, die hier gereicht werden und durch die Gemein­de, die sich hier versammelt, um Gottes Wort zu hören, ihn zu loben und anzubeten. Der Kirchweihtag ist deshalb nicht nur ein Tag der Erinnerung an die Geschichte des Kirchen­baus, sondern auch ein Dank­tag, dass die St.-Michaels-Kir­che schon so lange für Gottes­dienste zur Verfügung steht.
GÜNTER L. NIEKEL

 

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen

© Text: Pfarrer i.R. Günther L. Niekel, Muhr am See

© Fotos: Horst Kuhn

 

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

 

 

 

 

 

 

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