Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Dekanat Gunzenhausen  |  E-Mail: info@dekanat-gunzenhausen.de  |  Online: http://www.dekanat-gunzenhausen.de

Kirchengeschichte Aha 2014

Markgrafenkirche Aha
Foto: Unbekannt

Erstes Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1222


Aus der langen Kirchengeschichte in Aha -Jetziges Gebäude wurde in der Markgrafenzeit errichtet

AHA (gln) - Wie alle heimischen Kirchen, so hatte auch die Heilig-Kreuz-Kirche in Aha, deren Weihe am Wochenende gefeiert wird, mehrere Vorgängerbauten, bis das heutige Gotteshaus errichtet wurde. Auch wenn die Kirche nicht wörtlich ge­nannt wird, war sie bereits 1222 vor­handen, denn in diesem Jahr präsen­tiert die Gräfin Agnes von Dollnstein, der das Patronatsrecht über die Kir­che in Aha zustand, dem Bischof von Eichstätt den Priester Ulrich von Dornhausen.

Obwohl der Ritter Burkhard von Immeldorf das Patronatsrecht über die Kapelle in Pflaumfeld bean­sprucht, wird der Rechtsstreit dahin entschieden, dass diese der Kirche zu „Ahe" für ewige Zeiten als Filiale zu­gesprochen wird. 1296 schenkt Graf Gebhard von Hirschberg das Patro­natsrecht über die Kirche in Aha dem Kloster Rebdorf. Diese Angelegenheit erscheint dann noch einmal in einer Urkunde des Bischofs Philipp von Eichstätt aus dem Jahr 1307.
1450 wirkt der Plebanus (Leut­priester) Conrad Honrad in Aha. In einem Visitationsbericht von 1480 wird er auch noch erwähnt. In einer Beschreibung des Bistums Eichstätt wird im Jahr 1458 auch die „Aa Eccle­sia Parrochialis Sancte Crucis" ge­nannt, die „Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz in Aha".
Relativ genau ist man über die Ein­führung der Reformation unterrich­tet, denn Pfarrer Knoll, dessen Bild aus dem Jahr 1666 noch in der Sakris­tei der Heilig-Kreuz-Kirche hängt, hat darüber viel berichtet, wie die Ge­meinde noch katholisch war und wie dann der erste evangelische Pfarrer eingesetzt wurde. Das dürfte zwi­schen 1520 und 1530 gewesen sein. Der Pfarrer hieß Georg Sorg und ist wohl identisch mit dem 1487 im Spital zu Gunzenhausen genannten Früh­messer. Pfarrer Sorg war von 1525 bis 1528 Pfarrer in Aha.
Weil das Kloster Rebdorf das Beset­zungsrecht in Aha hatte, kam nach ihm Pfarrer Georg Hermann nach Aha. Er war wieder katholisch. Das Präsentations- und Besetzungsrecht wurde von der Seite des Markgrafen von Brandenburg-Ansbach noch so weit respektiert, „dass man nicht wag­te, ihn ohne weiteres abzuweisen, so­lange er sich ruhig verhielt und nicht aggressiv gegen die evangelische Leh­re auftrat". 1533 wird Aha aber unter denen genannt, die der markgräfli­chen Kirchenordnung Widerstand leisteten. Wie weit sich das nur auf den Pfarrer oder auch auf die Ge­meinde bezog, ist nicht bekannt. Wie lange Georg Hermann Pfarrer in Aha war, ebenfalls nicht.
1534 verzichtet Pfarrer Hans Vetter­lein auf sein Amt. Viel ist von ihm nicht bekannt, nur so viel, dass ein Pfarrer, der der alten Lehre geneigt war, in schwierigen Verhältnissen lebt, weil die Gemeinde evangelisch gesinnt war.
Pfarrer Wilhelm Christ, der von 1534 bis 1538 in Aha wirkte, war ver­heiratet. Das Kloster Rebdorf hätte ihn am liebsten wieder von der Stelle genommen und einen katholischen Pfarrer eingesetzt, aber der Bischof von Eichstätt und der Abt von Reb­dorf sahen ein, dass es unmöglich war, der Gemeinde einen katholischen Pfarrer aufzudrängen und in Aha hal­ten zu können. Die evangelische Lehre hatte dort bereits festen Fuß gefasst.
All diese Pfarrer predigten in der al­ten Heilig-Kreuz-Kirche, über die nicht viel bekannt ist und von der au­ßer den Unterschossen des Turmes, dem schon erwähnten Bild von Pfar­rer Knoll und zwei Glocken nichts mehr erhalten ist. Die Glocken stam­men aus dem 15. Jahrhundert.
Als beim Kirchen­neubau 1721 unter Leitung von Karl Friedrich von Zocha nach den Plänen des Ansbacher Baumeis­ters Gabriel de Gab­rieli die Kirche neu gebaut und der Turm erhöht wurde, kamen die Glocken wieder in die neu geschaffe­ne Glockenstube und laden mit ihrem Ge­läut zu den Gottes­diensten und zum Gebet ein.
Die Heilig-Kreuz-Kirche wurde zwar vom markgräflichen Baumeister erbaut, ist aber keine „Mark­grafenkirche" im ei­gentlichen Sinn, denn Altar, Kanzel und Orgel sind getrennt. In den freistehenden Al­tar kam 1866 ein neu­es Altarbild. In der Nähe der Kanzel an der Südseite des Langhauses stehen Taufstein und Lese­pult. Eine doppelte Empore umzieht das Langhaus auf drei Seiten. Auf der obe­ren Westempore steht die Orgel. Eine Be­sonderheit der Kirche sind die Türchen an den Bänken unten im Schiff.
Beim Verlassen der Kirche kann man im Gewände der Westtür einige historische Ziegel sehen, die man beim Umdecken des Kirchendachs fand. Obwohl die Kirche an der Nord­wand kein einziges Fenster hat, ist sie durch die hohen Fenster beiderseits des Altars und an der Südseite ein ho­her, heller Raum, der schon durch sei­ne lichte Weite zum Lob Gottes anregt und das nicht nur am Kirchweihsonn­tag. GÜNTER L. NIEKEL

 

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe 19.09.2014

© Text: Pfarrer i. R. Günter L. Niekel

© Fotos: Unbekannt

 

Horst Kuhn

Öffentlichkeitsreferent

Dekanat Gunzenhausen

drucken nach oben