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2011.03.20 Amtseinführung Dekan Mendel

GUNZENHAUSEN (man) - Mit ei­nem feierlichen Gottesdienst in der Stadtkirche wurde der neue Dekan Klaus Mendel in sein Amt eingeführt. Anschließend hatten die vielen Got­tesdienstbesucher bei einem Empfang im Lutherhaus die Gelegenheit zu ei­nem ersten Austausch mit dem Geist­lichen. Vor allem aber wurde er dort von zahlreichen Grußrednern will­kommen geheißen.
Amtseinführung Dekan

„Nimmermüder Seelsorger"
Feierliche Amtseinführung des neuen Dekans Klaus Mendel in der Stadtkirche

GUNZENHAUSEN (man) - Mit ei­nem feierlichen Gottesdienst in der Stadtkirche wurde der neue Dekan Klaus Mendel in sein Amt eingeführt. Anschließend hatten die vielen Got­tesdienstbesucher bei einem Empfang im Lutherhaus die Gelegenheit zu ei­nem ersten Austausch mit dem Geist­lichen. Vor allem aber wurde er dort von zahlreichen Grußrednern will­kommen geheißen.


Regionalbischof Christian Schmidt nahm die Einführungshandlung vor. Zunächst jedoch lud er die vielen in der Stadtkirche versammelten Gläu­bigen zu einer kleinen Meditations­übung ein. Es ging dabei darum, die eigene Vergangenheit zu erspüren und zu akzeptieren sowie die Offenheit für alles, was kommt.
Anschließend ging Schmidt auf den Inhalt der zuvor gehörten Lesung ein. „Ich stehe in der Gnade" war deren zentrale Aussage und das ist für den Regionalbischof auch der Dreh- und Angelpunkt des Glaubens. Denn der „tiefste Grund des Lebens sagt ja zu mir". Nicht Besitz und Wissen, nicht Aussehen oder die eigene Leistung mache den eigentlichen Wert eines je­den Menschen aus, sondern Gnade heiße schlicht und einfach: „Da ist ei­ner, der mich liebt wie ein guter Vater, wie eine liebevolle Mutter". Das gebe dem Leben „tiefsten Sinn und Halt." Das gelte natürlich auch für den neuen Dekan Klaus Mendel und seine Frau Sonja Keislair-Mendel. Das Wis­sen um die Gnade geben ihnen „große Zuversicht" für ihren Neubeginn in Gunzenhausen. Und letztendlich sei das auch das Fundament, das einem nichts und niemand unter den Füßen wegziehen könne, kein Schicksals­schlag, keine Katastrophe, kein GAU.

Zu Beginn des feierlichen Einführungsgottesdienstes in der evangelischen Stadtkirche lauschten der neue Dekan Klaus Mendel (Mitte) mit Regionalbischof Christian Schmidt (links) und sein Stell­vertreter Michael Wehrwein der Eröffnung von Pfarrerin Susanne Thorwart.

 

Über Hongkong in die Altmühlstadt
Mendels Werdegang streifte Schmidt dabei nur am Rande. Die Stationen auf dem Weg in die Alt­mühlstadt führten ihn von seinen An­fängen in Neustadt an der Aisch bis nach Lohr am Main, von Tansania bis Hongkong und schließlich in die Kir­chengemeinden von Burgthann und Altenthann, wo er zuletzt wirkte. Und das offenbar sehr erfolgreich, denn der Vertrauensmann der Kirchenge­meinde Burgthann,Friedrich Holzam­mer, schilderte Mendel beim anschlie­ßenden Empfang im Lutherhaus als „brillanten Prediger" und „nimmer­müden Seelsorger". Nachdem der stellvertretende Regi­onalbischof des Kirchenkreises Ans­bach- Würzburg, Dekan Michael Wehrwein, die Ernennungsurkunde verlesen hatte, überreichte Regional­bischof Schmidt dem Kirchenmann das Dekanskreuz, das seit 1921 von den Gunzenhäuser Dekanen getragen wird.
Anschließend hielt Mendel seine er­ste Predigt in der evangelischen Stadtkirche. In ihren Mittelpunkt stellte er die Verse 38 bis 42 aus dem zwölften Kapitel des Matthäus-Evan­geliums. Darin schildert der Evange­­list, wie die Schriftgelehrten und Pha­risäer von Jesus ein Zeichen fordern, dass er tatsächlich Gottes Sohn sei. Jesus lehnt dies mit harschen Worten ab.Denn,so die Quintessenz von Men­dels Predigt, Glauben ist eine „Ver­trauenssache" und bleibe somit „ein Wagnis". Diejenigen, die ein Zeichen forderten, stellte der neue Dekan auf eine Ebene mit einem, der sich in einem Autohaus verschiedene Modelle vorführen lasse, um eine entspre­chende Auswahl zu haben. Ein Zei­chen tauge niemals als Grundlage für den Glauben, so der Geistliche.
Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Posaunen- und Kir­chenchor. Posaunen begrüßten auch die Besucher des anschließenden Empfangs im Lutherhaus. Dort blie­sen Mitglieder der Posaunenchöre aus dem Dekanatsbezirk Mendel und sei­ner Frau ein Willkommensständchen. Im Saal selbst wurden die vielen Grußworte von der Klezmer-Gruppe und dem Ensemble „Flautissimo" aufgelockert.

 

Vertrauensfrau Lydia Buechler, Senior Pfarrer Thorsten Wolff, der Synodalpräsident des
Gunzen­häuser Dekanatsausschusses Gerhard Baumgärtner und Waltraud Wagner vom
Kirchenvorstand Burgthann legten dem neuen Dekan bei seiner Einführung die Hand auf.

 

Ein fruchtbares Miteinander
Der stellvertretende Landrat Ro­bert Westphal ergriff dabei zuerst das Wort. Er versicherte dem Geistlichen, dass die Türen im Landratsamt für ihn „stets offenstehen". Die gegensei­tige Unterstützung gerade im sozialen Bereich sei im Landkreis ein guter Brauch. Der Gunzenhäuser Bürger­meister Joachim Federschmidt hob das „enge Miteinander" von kirch­licher und politischer Gemeinde in der Altmühlstadt hervor.Viele Aufga­ben seien in der Vergangenheit „Hand in Hand" erledigt worden, das Stadt­oberhaupt versicherte, dieses frucht­bare Miteinander auch weiterhin pfle­gen zu wollen.
Dem katholischen Stadtpfarrer Christian Konecny ist es ein beson­deres Anliegen, dass die beiden Kir­chen gut zuammenarbeiten und die christliche Botschaft gemeinsam ver­künden. Auf die Fortsetzung der „in­tensiven und gedeihlichen" Zusam­menarbeit, die schon mit dem früheren Dekan Gerhard Schleier gepflegt wurde, hofft Schulamtsdirektor Nor­bert Mattusch. Die christlichen Werte zu vermitteln, sei „wichtiger denn je", hier habe sich das gemeinsame Wirken im Religionsunterricht sehr bewährt.
Dekanatsbezirk und die Kirchenge­meinde Gunzenhausen „teilen" sich Mendel, so drückte es der Moderator des Abends, Pfarrer und stellvertre­tender Dekan Gert Sommerfeld, aus. Für die evangelische Kirchengemein­de begrüßte Vertrauensfrau Lydia Buechler den Geistlichen und über­reichte ihm einen symbolischen Schlüssel „zu den Herzen der Men­schen". Für den Dekanatsbezirk sprach der Synodalpräsident des De­kanatsausschusses Gerhard Baum­gärtner. Er versicherte Mendel, dass im „protestantischen Stammland" die Welt noch in Ordnung sei, auch wenn der Gottesdienst nicht immer so gut besucht sei wie an diesem Tag. Für Baumgärtner ist es das Gebot der Stunde, neben dem bewährten Sonn­tagsgottesdienst auch andere Formen anzubieten. Als Beispiel nannte er den Gottesdienst für Ausgeschlafene, der am 1. Mai eine Neuauflage erfährt. 

Auch Bürgermeister Joachim Federschmidt hieß Dekan Klaus Mendel
und seine Frau Sonja Keislair-Mendel in der Altmühlstadt willkommen.

 

Erde aus jeder Kirchengemeinde
Gute Wünsche gaben auch die De­kanatsfrauenbeauftragte Renate Derr und ihre Stellvertreterin Martina Förthner dem neuen Dekan mit auf Weg und hatten dazu ein sehr origi­nelles Willkommensgeschenk: Mit ei­ner Handvoll Erde aus jeder Kirchen­gemeinde des Dekanats hatten sie sei­nen neuen Wirkungsbereich nachge­baut. Im vergangenen Oktober erst wurde die Partnerschaft mit Malaysia beschlossen. Und schon gab es zu Mendels Einstand Grüße aus dem fer­nen Land,denn mit Yap Yuen Fei weilte zufällig ein Gast aus Malaysia in der Region.


Die Frage, was aus Burgthann denn Gutes kommen könne, beantwortete Vertrauensmann Friedrich Holzam­mer gleich selbst: Ein Geistlicher, den die dortige Kirchengemeinde nach seinen Worten nur ungern ziehen ließ. „Wir waren mit Pfarrer Mendel hoch­zufrieden", bekräftigte er im Luther­haus.
Als „Brückenbauer" zwischen den verschiedenen Strömungen innerhalb der Kirche sind die Geistlichen und somit auch der neue Dekan laut sei­nem Amtskollegen Michael Wehrwein gefordert, das sei gerade in dieser „sä­kularen Welt" umso wichtiger. „Gei­stige Grabenkämpfe", machte der De­kan aus Lohr am Main klar, „können wir uns nicht mehr leisten."Wehrwein betonte aber auch,dass die Mendels in ein „wunderbares Kapitel" gekom­men seien und sich hier sicher wohl­fühlen werden. Welche Mentalität sie hier erwartet, das brachte ihnen auf humorige Art in Form eines Quiz‘ der Senior des Pfarrkapitels Gunzenhau­sen, Pfarrer Thorsten Wolff, nahe. Das letzte Wort blieb Mendel vorbehalten, der für den freundlichen Empfang dankte.

 

Der Empfang im Lutherhaus gab Klaus Mendel Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen, wie hier mit den beiden Landtagsabgeordneten Gerhard Wägemann (CSU) und Christa Naaß (SPD).

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