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Kirchengeschichte Frickenfelden 2014

2013. Frickenfelden Kapelle, Innenraum
Foto:Unbekannt

 

Feuerwehrhaus wurde zur Kapelle


FRICKENFELDEN - Gäste, die aus Norddeutschland ins Fränkische Seenland kommen, wundern sich oft, dass es hier selbst in den kleinsten Dörfern und Weilern eine Kirche oder Kapelle gibt. Eine dieser schö­nen kleinen Kapellen steht auch in dem 1238 erstmals urkund­lich genannten Ort Frickenfel­den direkt an der Gunzenhauser Straße. Von Freitag bis Montag, 5. bis 8. September, feiern seine Bürger heuer Kirchweih.

Sie ist so gebaut, wie man sich eine Kapelle vorstellt und wie Kinder meist eine Kirche malen: ein Turm mit spitzem Dach, darauf eine Wetterfahne, das Zifferblatt der Kirchenuhr, ein Langhaus mit einem spitz­bogigen Portal und etliche spitz- oder rundbogige Fenster. Was man nicht sieht, aber bis­weilen hört, ist die Glocke, die im Turm hängt. Wie es auf den ersten Blick scheint, eine schö­ne kleine, sicher schon alte Dorfkirche. Doch dieser Ein­druck täuscht. Es kommt immer wieder vor, dass Kirchen und Kapellen ent­widmet werden, weil sie für Gottesdienste nicht mehr benö­tigt werden. In Frickenfelden ging man den umgekehrten Weg. Das Gebäude, das schon immer wie eine Kapelle aussah, wurde 1880 ursprünglich nicht als solche, sondern als Feuer­wehrhaus zur Aufbewahrung der Löschgeräte erbaut.
Die Glocke im Turm, einst eine Kirchenglocke der St.-Mi­chaels- Kirche in Unterasbach, diente zeitweise als Feuer- und Alarmglocke, bis sie wieder zur Kirchenglocke wurde. 1694 wurde sie von Balthasar He­roldt in Nürnberg gegossen.
Das für diesen Gießer typi­sche Akanthusfries ist auch hier über und unter der In­schrift zu sehen, die das Guss­jahr, den Namen des zu jener Zeit in Unterasbach amtieren­den Pfarrers, den Namen des Gießers und den Gussort an­gibt: „Anno 1694 Christo Mi­chaeli Pastor in Unteraspach Christof Waegemann goss mich Iohann Balthasar Heroldt in Nurnberg", steht als zweizeili­ge Umschrift auf der Glocke, die einen Durchmesser von 75 Zentimetern und eine Höhe von 56 Zentimetern hat.
Auf der Flanke ist ein Kru­zifix zwischen vier Engeln ab­gebildet, die das Blut Christi in einem Kelch auffangen. Dort prangt eine weitere Inschrift: „Aedil: Iohann Michael Beier et Iohann Georg Heldt". Vermut­lich handelt es sich um die bei­den Stifter. Bevor die Glocke auf den Turm des Feuerwehr­hauses kam, hing sie an einer großen Eiche.
Nachdem im vergangenen Jahrhundert ein neues Feuer­wehrhaus errichtet worden war, wurde das Gebäude anderwei­tig genutzt, unter anderem als Waschküche und Leichenhaus. Ab 1975 stand es schließlich leer, bis es 1994 zu dem umge­wandelt wurde, was es dem äu­ßeren Erscheinungsbild nach schon längst war - eine Kapel­le. Den Innenraum gestaltete der Georgensgmünder Bildhau­er Reinhart Fuchs.
Der Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!", unter dem hier einst die Feuer­wehrleute zum Dienst antraten, gilt trotz der neuen Nutzung des Gebäudes weiter. Denn die Gemeinde, die sich nun in dem Haus zum Gottesdienst ver­sammelt, tut dies ebenfalls zur Ehre Gottes, und ihr Auftrag ist es ebenso, anderen beizuste­hen und zu helfen.

GÜNTER L. NIEKEL

 

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe 05. September 2014

© Text: Pfarrer Günter L. Niekel, Muhr a. See

© Foto: Unbekannt

 

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

 

2013. Frickenfelden, Kapelle

Foto: Unbekannt

 

2014_Frickenfelden

Fotos: Kuhn

 

2014_Frickenfelden                 2014_Frickenfelden

 

2014_Frickenfelden

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