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Kirchengeschichte St.-Johannis Brombach 2014

Brombach, Altarbild
Altarbild der Kirche St. Johannis in Brombach. Foto: Pfr. Günter L. Niekel

Fundamente eines früheren Baus


In „Bramahe" gab es wohl schon im 12. Jahrhundert eine Kapelle

BROMBACH (gln) - Wenn bei größeren Kirchen manchmal Bauinschriften das Jahr angeben, in dem man mit der Errichtung des Gotteshauses begonnen hat, bedeutet das nicht, dass es das erste kirchliche Gebäude ist, das an diesem Ort errichtet wurde. Für urkundliche Erwähnungen einer Kirche gilt dasselbe.
Nachdem bereits im 12. Jahrhundert Besitztum des Eichstätter Bischofs in „Bramahe", wie der Ort da­mals hieß, genannt wird, war anzunehmen, dass sich auch eine Kapelle an die­sem Ort befand. Die Ver­mutung bestätigte sich bei der Renovierung der jetzi­gen St.-Johannis-Kirche, als man innerhalb des heu­tigen Kirchenbaues nicht nur die Fundamente ei­nes spätmittelalterlichen Vorgängerbaues freilegen konnte, sondern auch Spu­ren einer hölzernen Kapelle fand.
Der Steinbau aus dem Mittelalter hatte ähnliche Ausmaße wie die heutige Kirche, hatte aber im Osten einen dreiseitigen Schluss. Die Lage des Altars und die Pflasterung waren deutlich zu erkennen. Ob die hölzer­ne Kapelle wegen des alten Bestattungsplatzes an die­ser Stelle errichtet wurde, kann man nicht sagen. Ende des letzten Jahrhun­derts konnten nämlich auch ca. 40 Be­stattungen aus dem 7. und 8. Jahrhun­dert im Umkreis der heutigen Kirche nachgewiesen werden.
Vom Bau des ersten Gotteshauses bis zu seiner ersten urkundlichen Er­wähnung vergingen Jahrhunderte, denn erst 1509 wird eine „capellen zw Brumbach" genannt. Aus ihr stammt wohl die Figur des heiligen Veit, die als ältestes Ausstattungsstück den heutigen Kirchenraum ziert. Im Drei­ßigjährigen Krieg wurden die Kapelle und das Dorf zerstört.
In einer Urkunde aus dem Jahr 1687 werden in Brom­bach bereits wieder drei­zehn Haushalte genannt, „ohne die capell", wie aus­drücklich betont wird. Sie war wohl zu dieser Zeit noch nicht wieder aufge­baut. Erst 1753 wurde für 655 fl. die heutige Kirche als schlichter Saalbau mit ei­nem kleinen Dachreiter auf dem Walmdach errichtet. Die ursprüngliche Raum­disposition mit Kanzelaltar und Emporen an Nord- und Westseite wurde bei der Re­novierung 1979 bis 1982 verändert. Seither sind Kanzel und Altar getrennt. Der Altar wurde 1984 mit einem neuen Bild versehen, das sich von den üblichen Altarbildern abhebt. Die Darstellung der Taufe Jesu ist nämlich in die heimatli­che Landschaft hineinkom­poniert. Auf einem Hügel ist die St.-Johnannis-Kir­che von Brombach zu se­hen. Der Brombach, der nicht weit davon ent­springt, schlängelt sich ins Tal und in seinem Wasser wird die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer voll­zogen. Von den Höhen dar­über grüßt die Mutterkir­che von Brombach, die St.­ Martins-Kirche von Grä­fensteinberg, ins Tal. Trotz der spärlichen ur­kundlichen Erwähnung ist nachgewiesen, dass es sich bei der St.-Johannis-Kir­che in Brombach um eine uralte Kir­chengründung handelt, die bis in die Anfangszeit des Christentums in un­serer Gegend zurückgeht und auf­grund dieser Tatsache können die Brombacher mit Stolz ihr Kirchweih­fest feiern. GÜNTER L. NIEKEL

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