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100 Jahre Posaunenchor Dittenheim. 40. Bezirksposaunentag

Kirche Dittenheim Außenansicht
Kirche "Peter und Paul". Foto unbekannt

100 Jahre Posaunenchor Dittenheim, 40. Bezirksposaunentag der Posaunenchöre im Dekanatsbezirk Gunzenhausen

 

DITTENHEIM. Ein musikalisches Wochenende steht der Kirchengemeinde bevor. Mit einem „Musikalischen Geburtstagsabend" am Samstag; 24. Mai, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle feiert Posaunenchor der Kirchengemeinde sein 100-jähriges Bestehen. Der Sonntag, 25. Mai, ist der Durchführung des 40. Bezirksposaunentages für die Posaunenchöre im Dekanatsbezirk Gunzenhausen gewidmet. Die Veranstaltung beginnt mit einer Morgenmusik auf verschiedenen Plätzen in der Gemeinde, dieser sich um 9.30 Uhr der Festgottesdienst in der Mehrzweckhalle anschließt. Im Rahmen der Festversammlung werden langjährige Chormitglieder geehrt. Mit dem sich anschließenden Volksliederblasen und einem gemeinsamen Mittagessen enden die Feierlichkeiten.

Der Blick in die Chronik zeigt auf, dass Posaunenchor Dittenheim im Jahre 1913 gegründet wurde, nachdem schon in einigen Nachbarorten Chöre entstanden waren und sehr guten Anklang gefunden hatten. Es wurde beschlossen, den Chor nach dem Muster von Pastor Kuhlo einzurichten. Im November 1913 begannen die ersten Proben. Den ersten Unterricht erteilte Richard Bohm, der in einem norddeutschen Jünglingsverein das Spielen erlernt und gepflegt hatte. Es wurde der einfache Chor in "B-Stimmung" mit fünf Flügelhörnern, zwei Tenorhörnern, einer Ventilposaune und einem Helikon aufgestellt. Die Kosten wurden zum Teil vom Ortsverein des "Evangelischen Bundes" unter der Vorstandschaft von Dekan Lösch und teilweise von den Bläsern aufgebracht. Auch viele Freunde steuerten kräftig bei, so dass die Finanzierung rasch geregelt war. Nun fanden sich neun junge Männer zweimal pro Woche zusammen, um das Posaunenspiel zu lernen. An Ostern 1914 trat der junge Chor zum ersten Mal an die Öffentlichkeit:

Als im Jahre 1933 der "Evangelische Bund", Gönner und väterlicher Freund des Chores, aufgelöst wurde, kam man mit dem Ortsgeistlichen und dem Kirchenvorstand überein, die Instrumente in das Eigentum der Kirchengemeinde zu überführen. Wenn die Arbeit des Chores in dieser Zeit nach 1933 im Großen und Ganzen nicht behindert war, so musste der Chor doch öfter bei vaterländischen Kundgebungen mitwirken, die sehr stark das Gepräge der nationalsozialistischen Partei trugen. Im Mai konnte der Chor den Tag seines 25-jährigen Bestehens feiern.

Im September 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus. Wieder musste die Hälfte der Bläser in den Dienst der Waffen. Während dieser Zeit war der Chor auf ein kleines Häuflein überwiegend älterer Chormitglieder geschrumpft. Um auch weiterhin spielfähig zu sein, wurde mit den Freunden des Nachbarchors aus Meinheim eine Partnerschaft der gegenseitigen Aushilfe eingegangen. Viel zu oft rückte diese Besetzung aus, um den Gefallenen im Gedächtnisgottesdienst die letzte Ehre zu erweisen. 1945 ging der Krieg zu Ende und wieder waren es drei Mitglieder, die nicht mehr zurückkehren konnten.

Als nach und nach die Gefangenen frei kamen, sammelten sich die Freunde um die verwaisten Instrumente. Da noch zwei junge Bläser mit eigenen Instrumenten hinzukamen, wuchs der Chor auf zwölf Bläser an. Mühe, Fleiß und dazu eine Schulungswoche in Meinheim brachten den Chor ab 1947 wieder musikalisch voran.

Mit dem Jahr 1955 begann für den Chor wieder ein neuer Abschnitt, weil aus Alters- und Gesundheitsgründen fünf Mitglieder ausschieden und acht junge Bläser neu angelernt und die nötigen Instrumente angeschafft oder ausgeliehen wurden. Bis 1961 war der Chor inzwischen auf 14 Bläser angewachsen und es wurde eine Schulungswoche auf vielfachen Wunsch durch den Posaunenwart des Verbandes abgehalten. Dabei hat es Konrad Köstner als Landesposaunenwart bestens verstanden, den Posaunenchor ein ganzes Stück voranzubringen.

Das war eine hervorragende Zurüstung für das besondere Jahr 1964. Denn darin wurde das 50-jährige Gründungsfest mit den Posaunenchören des ganzen Umkreises gefeiert. Chorleiter Ludwig Beißer hatte dazu in Zusammenarbeit mit dem Landesverband und dem Bezirkschorleiter ein Programm aufgestellt. Für alle Beteiligten war es ein großes Erlebnis.

In den folgenden Jahren konnte der Posaunenchor seinen alljährlichen Verpflichtungen in gewohnter unbeschwerter Weise nachkommen. Zu diesen zählen neben den kirchlichen Feiertagen auch die Umrahmung von Beerdigungen, Krankenhausblasen, Bezirksposaunentagen und Chorjubiläen.

Erwähnenswert ist jedoch eine Veränderung der Besetzung im Jahre 1979, bei der der Bläser Gerhard Schuler seinen Bläserdienst beendete, um seinen Dienst als Missionar zu beginnen. Obwohl 1980 kein Jubiläum gefeiert wurde, wurde auf Bitten des Dekanatsbezirk Gunzenhausen in der Kirche St. Peter und Paul der 11. Bezirksposaunentag abgehalten. Mehr als 300 Bläser machten diesen Tag zu einem großen Erlebnis.

Im Zuge des ersten Dittenheimer Dorffestes 1986 wurde dem damaligen Chorleiter Ludwig Beißer die goldene Anstecknadel für 50-jährigen Bläserdienst von Bezirksobmann Walter Brummer überreicht. Außerdem wurde die Feier zur Einweihung der neurenovierten Kirche umrahmt.

Bereits neun Jahre nach dem letzten Bezirksposaunentag in Dittenheim konnte die Chorgemeinschaft im Rahmen des 75-jährigen Jubiläums als Gastgeber des 19. Bezirksposaunentags fungieren. Am 27. Mai 1989 wurde zum Jubiläumskonzert in die Kirche eingeladen. Am darauffolgenden Tag fand der Bezirksposaunentag mit Festgottesdienst statt.

Im Jahr 1990 kam es zu einer einschneidenden Veränderung in der Leitung des Chores. Der bisherige Chorleiter Ludwig Beißer wurde nach 54-jährigem Dienst im Posaunenchor und 36-jähriger Amtszeit als Chorleiter verabschiedet und zum Ehrenchorleiter ernannt. Hierbei übergab er sein Amt des Chorleiters an seinen Sohn, Werner Beißer. Zu seinen Stellvertretern wurden Erwin Mährlein und Karl Mährlein jun. ernannt. Im gleichen Jahr mussten wir tiefbetroffen von unserem Ehrenchorleiter Abschied nehmen, der nach kurzer schwerer Krankheit uns im Tode vorangegangen ist.

Der Beschluss einer neuen Satzung erfolgte während der Generalversammlung im Jahr 1994. Als neuer Vorstand wurde Friedrich Stengel gewählt. Sein Stellvertreter wurde Martin Rühl. Highlight des Jahres 1996 war die Teilnahme am Landesposaunentag im Frankenstadion in Nürnberg. Im Juli 1997 umrahmte der Chor die Einweihungsfeierlichkeiten des neuen Gemeindehauses das „Philipp- Melanchthon-Haus". Im neuen Proberaum war die Enge im bisherigen Jugendheim bald vergessen.

Bei der Verabschiedung der Pfarrfamilie Chrsitoph Drescher im Februar 1999 bedankte sich der Chor für die 15-jährige Zusammenarbeit. Nach einer Vakanzzeit von sechs Monaten konnte man bereits im September als neuen Pfarrer Thomas Schwab mit seiner Familie begrüßen. Aus Anlass des 300. Geburtstags der Dittenheimer Kirche „Peter und Paul" im Jahr 2002 wurde ein Konzertabend von den Dittenheimer Chören veranstaltet.

Das 90-jährige Bestehen konnte am 2. Mai 2004 gefeiert werden. Gleichzeitig wurde mit diesem Jubiläum der 10. Bläsergottesdienst abgehalten, bei dem der Chor die musikalischen Höhepunkte der bisherigen Bläsergottesdienste zum Besten gab. Das Jubiläumsjahr begann am 7. März mit einem Konzertabend der Bläsergruppe „Gloria Brass" in der Kirche St. Peter und Paul.

Die erneute Teilnahme am Landesposaunentag in Nürnberg stand im Sommer 2007 auf dem Plan. Bei dem gemeinsamen musikalischen Ausklang auf dem Hauptmarkt war der Chor stark vertreten.

Mit dem Beginn des Jahres 2010 ging eine personelle Veränderung der Chorführung einher. Der langjährige Obmann Friedrich Stengel übergab sein Amt an Georg Engelhard. Das bisherige Stellvertreteramt von Martin Rühl wurde von Barbara Metz übernommen. Mit neuer Führung konnte der Chor im selben Jahr den Besuch des damaligen Landesbischof Johannes Friedrich in unserer Gemeinde musikalisch umrahmen. Außerdem gratulierten man  Werner Beißer zu seinem 20-jährigen Chorleiterjubiläum.

Im Jahr 2011 verabschiedeten das langjährigstes Mitglied Fritz Bauer ("Chor-Fritz") nach 56 Bläserjahren in den Bläser-Ruhestand verabschiedet. Herausragendes Merkmal des "Chor-Fritz" war sein Instrument, ein Helikon aus dem Gründungsjahr 1914.

Jeder einzelne Auftritt gelingt nur durch stetiges und regelmäßiges Proben. In den letzten 25 Jahren absolvierte der Chor mehr als 875 Proben. Neben diesen wird auch gerne an außerkirchlichen Veranstaltungen teilgenommen. Erwähnenswert sind hierbei zum Beispiel: Krankenhausblasen, Himmelfahrtsgottesdienst in Ehlheim und Wolfsbronn, Umrahmung der Weihnachtsfeiern der Dittenheimer Vereine und jährliches Mitternachtsblasen an Silvester. Zusätzlich zu den wöchentlichen Proben werden die Bezirks- und Sonderproben turnusgemäß besucht. Die vom Posaunenchorverband ausgeschriebenen Schulungen wurden bisher von den Jungbläsern aus Dittenheim sehr gerne angenommen. Außerdem hat sich ein guter und geselliger Brauch eingebürgert, dass der Chor bei Familienfeiern wie Hochzeiten und runden Geburtstagen von Chormitgliedern ein gern gesehener Gast ist.

Ausscheidende langjährige Bläser konnten stets durch junge, von Chorleiter Beißer ausgebildete, Jungbläser ersetzt werden. Hierbei verdient Werner Beißer besonderen Dank für seine intensive Nachwuchsarbeit. Aus der Bläserarbeit wisse man, wie nahe Freud und Leid beieinander liegen. Deshalb wolle man beim diesjährigen Jubiläum auch an jene Bläser denken, die bereits verstorben sind.

Durch die vielen Einsätze ist der Posaunenchor aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Es ist zu hoffen, dass sich auch in der kommenden Zeit immer wieder junge  Menschen finden, die  bereitwillig im Posaunenchor Dittenheim mitwirken. Im Jubiläumsjahr wirken 34 Bläser im Chor mit. Das dörfliche Leben braucht diese Bereicherung unter dem Motto: "Gott loben, das ist unser Amt."  Horst Kuhn

 

2014_Posaunenchor Dittenheim, Ehrenmitglieder

Die Ehrenmitglieder

v.l.hinten: ChorleIter Werner Beißer, Karl Hegner, Karl-Heinz Wöllmer,

Adolf Goppelt, Karl Schäfer, Heinz Kastenhuber, 1. Obmann Georg Engelhard.

v.l.vorne: Ludwig Metz, Karl Metz (verstorben), Friedrich Bauer,

Karl Mährlein,sen., Georg Barthel.

(Nicht auf dem Foto: Wilhelm Popp). Foto: privat

 

2014_Dittenheim, 100 Jahre Posaunenchor

Der Jubiläumschor

 

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