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St. Wolfgang Oberasbach

Kirchengeschichte Oberasbach 2013

Oberasbach
Kirche St. Wolfgang

Lange Zeit nur Ruine


Aus der Geschichte der Oberasbacher Kirche


OBERASBACH - Als im westlichen Teil Deutschlands schon längst die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirchen wieder aufgebaut waren, mit Ausnah­me derer, die man bewusst als Ruine stehen ließ, da gab es im östlichen Teil immer noch Kirchenruinen, die auf den Wiederaufbau warteten. Die be­kannteste war wohl die Frauenkirche in Dresden oder die große St.-Geor­gen- Kirche in Wismar. Nun, über 60 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sind auch sie wieder hergestellt. Ähn­lich war es bei der St.-Wolfgangs-Kir­che in Oberasbach.
Wie viele Kirchen in der Umgebung war das auf die Zeit um 1460 zurückge­hende, von dem griechischen Bischof Bessarion als Ablass- und Wallfahrts­kirche gestiftete Gotteshaus 1632 im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden. Während die anderen Kirchen bald nach Kriegsende wieder aufgebaut wurden, stand hier immer noch die Ru­ine und das sollte zweihundert Jahre so bleiben. Erst im 19. Jahrhundert kam der Wiederaufbau in Gang. Es gab da bereits die Fotografie, denn von der Kirchenruine ist schon eine alte Auf­nahme vorhanden. Man kann darauf den Turmstumpf mit dem gotischen Fenster sehen und die noch vorhande­nen Mauern des Langhauses mit dem Eingang auf der Südseite. 80 Prozent des Mauerwerks war noch vorhanden, als 1876 mit dem Wiederaufbau begon­nen wurde. 1878 war der Bau fertigge­stellt. Wie der bisherige Bau, so war auch die neue Kirche, bei der man das bestehende Mauerwerk wieder ver­wendet hatte, eine Chor­turmkirche.
Der dreigeschossige, quadratische Kirchturm hat einen mit Schiefer ge­deckten Spitzhelm und birgt in seinem Erdge­schoss den von einem Kreuzrippengewölbe überspannten Chor. Die Spitzbogenfenster an der Süd- und Ostseite haben neugotisches Maßwerk. 1988 wurden sie mit wert­vollen Glasgemälden des bekannten Glasmalers Hans Gottfried von Stock­hausen ausgestattet. Im Südfenster sind Szenen aus dem Leben Jesu zu se­hen von der Verkündigung an die Hirten und die Ge­burt über seine Taufe, ei­ner Blindenheilung und der Dornenkrönung bis zum Engel, der am Ostermorgen seine Auferste­hung verkündet. Das Ost­fenster, in dem die Werke der Barmherzigkeit darge­stellt sind, wird teilweise vom neugotischen Altar verdeckt. Das Altarbild stellt den „Guten Hirten" dar. Der Altar wurde, wie der Taufstein, die Kanzel und die übrige Kirchenein­richtung, 1878 von Profes­sor Fleischmann geschaf­fen. Links und rechts des spitzbogigen Chorbogens sind chorseitig zwei Ge­denktafeln von Personen, die zum Erhalt des Gotteshauses im 19. Jahrhundert großzügig Geld vermacht hatten.
Das flachgedeckte Langhaus um­ziehen Emporen an der Nord- und Westseite. Älter als die Kirchenein­richtung scheint ein Vortragkreuz zu sein, denn dieses wurde im Jahr des Abschlusses des Wiederaufbaus be­reits renoviert, wie eine Inschrift mel­det. Im 20. Jahrhundert wurde die kleine Kirche grundlegend renoviert, sodass sie heute wieder ein Schmuck­stück des auf der Hochfläche liegen­den Dorfs ist. Ein Besuch lohnt sich, schon allein wegen der farbigen Ver­glasung der Chorfenster, weil sie in einer solchen Qualität selten in einer Dorfkirche anzutreffen ist. GÜNTER L. NIEKEL

 

© Text: Pfarrer i.R. Günter L. Niekel, Muhr am See

Bilder: Google, unbekannt

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

 

Oberasbach

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