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Kirchengeschichte Gräfensteinberg 2013

2013-Gräfensteinberg, Kirche
Kirche St. Martin. Foto: Kuhn

Kirchweih 2013

Da wo nach dem Aufstieg vom Altmühltal der Hang in die Hochfläche übergeht, liegt das Pfarrdorf Gräfensteinberg. Bis ins 12. Jahrhundert reichen die urkund­lichen Erwähnungen zurück. Wenn auch in dieser Zeit eine Kirche nicht ausdrücklich genannt wird, so ist doch anzunehmen, dass die Grund­herrn, unter anderem das Domkapi­tel Bamberg, später das Kloster Heilsbronn und das Bistum Eich­stätt, für die Untertanen auch ein Gotteshaus am Ort hatten und auch das Patrozinium St. Martin weist auf eine sehr alte Kirchengründung hin.

Auch wenn die erste Erwäh­nung der Kirche erst 1458 er­folgt und in „Grauensteinberg" eine „ecclesia parrochialis S. Martini" genannt wird, eine „Pfarrkirche des Heiligen Martin", so ist das derzeiti­ge Gebäude in seinem Kern doch ein Bau des späten 14. Jahrhunderts, zumindest, was die Untergeschosse des Kirchturms anbelangen. Doch außer Mauern ist aus der Frühzeit der Kirche nichts auf unsere Tage überkommen. Was an Einrichtung da war, überstand den Dreißigjähri­gen Krieg nicht, in dem Dorf und Kirche 1631 vollkommen abbrann­ten. Übrig geblieben war der Kirch­turm mit seinem steinernen Kreuz­gratgewölbe im Untergeschoss.

Diese Gewölbeart kommt als Chorgewölbe relativ selten vor. Meist wurden die Turmchöre mit einem Kreuzrippengewölbe oder einem Sternrippengewölbe über­spannt. Ein runder Chorbogen trennt den Chor vom Langhaus, das nach der Zerstörung 1653 wieder notdürftig hergestellt wurde. 1681 waren dann wieder Mittel vorhan­den, um an der Kirche Verbesserun­gen vorzunehmen. Auch der alte Turm erhielt dabei seine heutige Form mit dem charakteristischen Spitzhelm, der weit im Altmühltal zu sehen ist. In der Folgezeit wurde an der Kirche immer wieder gebaut und verbessert und verschönert. So erhielten die bis dahin spitzbogigen Fenster 1731 ihren Rundbogen­schluss. Auch 1894 wurde die Kir­che noch einmal renoviert, bis sie dann 1897 im Inneren die Gestalt erhielt, wie sie sich uns heute zeigt und nach der letzten Renovierung wieder zu neuem Glanz gebracht wurde.

Im neugotischen Altar, in den Farben helles Blau mit Vergol­dungen, tritt der segnende Christus der Gemeinde entgegen. An der farblich gleich gestalteten Kanzel sind die Figuren der vier Evangelis­ten mit ihren Symbolen sowie der Apostel Petrus, erkennbar an den beiden großen Schlüsseln, der Apo­stel Paulus mit dem Schwert und die Heilige Elisabeth mit Krug und Rosenstrauß zu sehen. Zwischen den Fenstern der Südseite hängt ein Kruzifix, das aus älterer Zeit zu stammen scheint. Zur Einrichtung der Kirche gehören auch noch Tauf­stein und Lesepult, sowie zwei Vor­tragkreuze, von denen eines in der Nische einer vermauerten Spitzbo­gentür an der Nordwand der Kirche angebracht ist. Lichte Blautöne be­stimmten die Einrichtung, so auch die Orgelemporen und die Orgel selbst, die vor einigen Jahren neu gebaut wurde. Sie ist nicht das ers­te Instrument in der St. Martinskir­che, sondern bereits 1792 war eine Orgel angeschafft worden.

Der helle Kirchenraum lädt zu einem fröhlichen Lob Gottes ein, nicht nur am Kirchweihsonn­tag. Da darf sich aber die Gemeinde besonders dankbar erinnern, dass die Kirche nach der Zerstörungen und allen Stürmen, die über sie hin­gegangen sind, bis auf den heuti­gen Tag erhalten geblieben ist und mit Gottes Hilfe auch in Zukunft Heimat der Gläubigen ist und ein Ort, an dem man sich gerne aufhält. GÜNTER L. NIEKEL

 

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe 25.09.2013

©Text: Pfarrer Günter L. Niekel, Muhr am See

© Foto: Horst Kuhn

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitstreferent

 

2013-Gräfensteinberg

 

Kirche St. Martin, Gräfensteinberg

 

2013-Gräfensteinberg

 

Blick auf den Altar

 

2013-Gräfensteinberg

 

Schutzpatron St. Martin

 

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