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2012.12.20. Bundesverdienstmedaillie für Manfred Lutz

2012-Gun Lutz
Irmgard und Manfred Lutz gemeinsam mit Landrat Gerhard Wägemann und Bürgermeister Joachim Federschmidt. Foto: Werner Falk

Erziehungsauftrag war ihm Lebensaufgabe

 

Gunzenhausen - Das Kinderheim „Bezzelhaus" ist eng mit seinem Namen verbunden: Manfred Lutz, der das Kinder- und Jugendheim 25 Jahre lang leitete, ist jetzt mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet worden.

 

Von 1982 bis 2007 war der Diakon Leiter der Einrichtung. Mit 64 Jahren ist er 2007 in die Ruhephase der Altersteilzeit gegangen. Er stammt aus Dietfurt bei Treuchtlingen, seine Frau Irmgard, die ihn als Erzieherin und Ausbilderin in der Hauswirtschaft begleitete, ist in Rothenstein bei Weißenburg geboren. Beide haben einen Sohn (Martin, 36) und eine Tochter (Katja, 33). Die erste berufliche Station des Rummelsberger Diakons (und Kirchenmusikers) war in Naila, dann kam er nach Gochsheim in Unterfranken, wo er ebenfalls als Organist und Kirchenmusiker tätig war. Die Heilpädagogik stand im Mittelpunkt seiner beruflichen Tätigkeit, als er in die Anstalten nach Rummelsberg wechselte. Von dort aus gelangte Lutz kurzzeitig nach Ansbach, wo er kommissarisch die Heimleitung übernahm. Prägend für ihn war jedoch die Zeit als Chef des Kinderheims „Bezzelhaus" in Gunzenhausen (ab 1982). Vier heilpädagogische Wohngruppen mit 29 Plätzen, heilpädagogische Tagesstätten in Gunzenhausen, Treuchtlingen und Weißenburg (32 Plätze) und die Einrichtung für Betreutes Wohnen (13 Plätze) gehörten zum Heim.

Landrat Gerhard Wägemann würdigte im Rahmen eines kleinen Empfangs im Landratsamt die Verdienste von Manfred Lutz, dessen Ziel es immer war, die verhaltensauffälligen, entwicklungsverzögerten, milieugeschädigten und erziehungsschwierigen Kinder und Jugendlichen zu einem selbständigen, bewussten und eigenverantwortlichen Handeln zu erziehen. „Dabei hat er immer auf die Vermittlung christlicher Werte geachtet", lobte der Landrat. Unter der Leitung des Diakons hätten die Heimbewohner auch gelernt, Konflikte und Fehlverhalten abzubauen und sich in die Gesellschaft zu integrieren. „Der Erziehungsauftrag", so der Landrat, „und das Bezzelhaus waren ihm Lebensaufgabe". Er hob hervor, dass Lutz praktisch Tag und Nacht im Dienst war, zumal er auch noch mit seiner Familie im Heim gewohnt hat.

Neben seinem Vollzeitjob als Heimleiter engagierte sich Manfred Lutz auch noch im Elternbeirat der Gunzenhäuser Volksschule (20 Jahre) und des Sonderpädagogischen Förderzentrums Weißenburg (26 Jahre, davon lange Zeit als Vorsitzender). Lutz gründete 1997 den Förderverein für das Förderzentrum im Landkreis und leitet es immer noch. Dieser versteht sich als Sprachrohr für Schüler und Schule. Auch dem Gunzenhäuser evangelischen Kirchenvorstand gehört er seit Jahren an.

„Was er getan hat, ist deutlich mehr als andere machen", lobte Bürgermeister Joachim Federschmidt, der eigens nach Weißenburg gekommen war, um den Landrat bei der Ordensverleihung zu „assistieren". Der Rathauschef würdigte die vornehm-zurückhaltende Art des Diakons: „Er hat sich nie nach vorn gedrängt und vieles, was er getan hat, als selbstverständlich angesehen."

Der heute 69-jährige Lutz bekannte: „Die Beziehung zu den Kindern hat eine ganz andere Qualität, wenn der Leiter im Haus lebt.

 

Quelle Altmühl-Bote Gunzenhausen

Ausgabe 20.12.2012

© Werner Falk, Altmühl-Bote

 

Horst Kuhn

Öffentlichkeitsreferent

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