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Dekanat Gunzenhausen  |  E-Mail: info@dekanat-gunzenhausen.de  |  Online: http://www.dekanat-gunzenhausen.de

Zwei Wochen mit Freunden aus Malaysia unterwegs

Gun-125. Missionsfest

Zwei Wochen mit Freunden unterwegs

                                                                                             

Es war ein heißer Tag, ein heißer Freitag als die A 380 der Emirate Airlines in München gelandet war. Unter den ca. 600 Passagieren waren zwei, die Gunzenhausen, das Dekanat mit seinen Gemeinden kennenlernen wollten. Ich hatte sie schon einmal gesehen in Kuala Lumpur. Aber eben nur einmal. Also ging ich zu dem Tor, durch das sie deutschen Boden betreten sollten. Abgelenkt war ich ein wenig, weil sehr viele tief verschleierte Frauen, Männer im feierlichen Gewand der  Wüstenmillionäre die Szene beherrschten. Chauffeure im Frack, außerordentlich freundlich nahmen ihnen Gepäck und Orientierungs-schwierigkeiten ab. Den Orient hatten sie ja hinter sich gelassen. Ja, und ich versuchte mich auf die beiden einmal gesehenen Gäste zu orientieren. Und beinahe wären sie unerkannt an mir vorbei gegangen. Aber ich hatte gebetet. Und Gott hat mich im richtigen Moment in die richtige Richtung schauen lassen. Wir begrüßten uns herzlich und machten uns auf den Weg zu einem Begrüßungskaffee. Dort stieß Jasmin Gerhäuser  aus Aha zu uns, die im Spätsommer ein missionarisches Praktikum in Kuala Lumpur absolviert. Schließlich saßen wir im Auto Richtung Gäfensteinberg. Eine Andacht am Abend, Gott zu danken für die gute Ankunft und zu bitten für die vor uns liegende Zeit. Und die zeichnete sich als recht gefüllt ab.

Gleich am nächsten Tag stand ein Gemeindebesuch in Aha auf dem Programm, ab Sonntag hatte Familie Kistner in ihre Gemeinde nach Merkendorf eingeladen und Dekan Aaron Yap durfte gleich die erste Predigt halten. Schulbesuche standen an. Am nächsten Wochenende fand das Missionsfest statt - das 125. Missionsfest der Gesellschaft für Innere und Äußere Mission am Samstag und das Dekanatsmissionsfest am Sonntag. Die beiden Gäste waren jeweils mitten dabei. Diesmal durfte Pastor Toon Hong Lau die Predigt halten, übersetzt von Dekan Mendel. An diesem Wochenende war zusätzlich der Sekretär der Lutherischen Kirche von Malaysia, Pastor Thomas Low, mit dabei. Er ist für drei Wochen zu Gast in Neuendettelsau beim Centrum MissionEineWelt, dem früheren Missionswerk. Nach den ersten zehn Tagen stellte ich heraus: die Gäste sind ganz schön ko. Dauernd unterwegs und gefordert, das Ganze in fremder Umgebung. Aber es war ihr Wunsch, im Vorfeld einer Partnerschaft ihres Kirchenbezirkes mit dem Dekanat Gunzenhausen zu erleben, wer dieses Dekanat Gunzenhausen eigentlich ist. Die Partnerschaftsvereinbarung wurde beim Festgottesdienst am Sonntag in Gunzenhausen unterzeichnet. Von den beiden Dekanen. Ausgearbeitet hatten ihn der Missionspfarrer Toon Hong Lau und der Missionskreis unseres Dekanates mit Pfarrer Matthias Knoch. Er lautet wie folgt:

 

Vereinbarung über die Partnerschaft zwischen dem Dekanat Gunzenhausen, Evangelisch - Lutherische Kirche in Bayern, und dem Selangor - Distrikt, Lutherische Kirche von Malaysia

„Sehet wie fein und wie lieblich ist`s, wo Schwestern und Brüder einträchtig beieinander wohnen!"      Psalm 133, 1

 

Gegründet und vereint im Glauben an den Dreieinigen Gott, als Teil der weltweiten Kirche Jesu Christi und dankbar für unsere gemeinsamen Lutherischen Wurzeln, haben wir die Entscheidung getroffen, eine Partnerschaft einzurichten zwischen

 

dem Selangor - District, LCM        und    dem Dekanat Gunzenhausen, ELKB.

Wir erklären hiermit:

1.         Wir sind dankbar für die Verbundenheit als Brüder und Schwestern zwischen unseren beiden Bezirken und betrachten die Gemeinschaft als Lutheraner am Leib Christi als Segen und gegenseitige Bereicherung.

 

2.          Gemeinsam streben wir danach:

a.         Das gegenseitige Verständnis für unsere Lebensweise, unser Denken, Glauben und Handeln zu vertiefen.

b.           Mut zu machen, in unserem jeweiligen Umfeld erkennbar als Christen zu leben.

c.          Ereignisse und Erfahrungen aus unserem Gemeindeleben und der Missionsarbeit auszutauschen.

d.          Einander zu besuchen und füreinander zu beten.

e.          An Austauschprogrammen teilzunehmen.

 

3.         Über diese Inhalte wollen wir Gedanken und Berichte austauschen und voneinander lernen. Wir beabsichtigen, uns über die wichtigsten Neuigkeiten aus dem Leben und dem Dienst der Gemeinden unserer Kirchenbezirke auszutauschen und regelmäßig füreinander beten.  Jeder  Dienstag soll der Tag des Gebetes füreinander sein.

 

4.         Wir sind gesegnet durch die bisherigen Kontakte und Besuche. Wir freuen uns und hoffen auf eine tiefere Freundschaft und Partnerschaft zwischen unseren beiden Dekanaten und unseren Gemeinden. Ein jährlicher Partnerschaftssonntag soll an unsere Verbundenheit erinnern, sie vertiefen und zum Ausdruck bringen.

 

5.         Die Vereinbarung wird im Dekanatsbezirk Gunzenhausen wirksam, wenn die verantwortlichen Gremien - Dekanatssynode und Dekanatsausschuss - zugestimmt haben.

 

Nun bleibt die Aufgabe, diese Partnerschaft zu gestalten. Toon Hong Lau und AaronYap erlebten unser Dekanat aus unter-schiedlichen Blickwinkeln. Gegen Ende ihrer Reise nahmen sie auch am PräpiCamp teil. Im nächsten Jahr soll aus unserem Dekanat eine Gruppe den Selangor District besuchen. In den darauf folgenden Jahren ist ein Jugendaustausch geplant. Ob alles gelingt? Möge Gott seinen Segen dazu geben. Der Sinn: Punkt 2b - Einander Mut zu machen, in unserem jeweiligen Umfeld erkennbar als Christen zu leben.

 

Die Erkundungsreise der beiden Gäste war mit dem Fest in Gunzenhausen freilich noch nicht zu Ende: Es folgten ein Mis-sionsabend in Gräfensteinberg, der Besuch in Neuendettelsau beim CentrumMissioneineWelt, zwei Tage in Spalt zu Gast bei Familie Müller mit Gemeindeabend in Absberg und beinahe schließlich die Teilnahme am PräpiCamp auf der Wasserkuppe in der Rhön. Dort erlebten sie Winter im Sommer, aber eben auch die Gemeinschaft mit einer großen Zahl junger Leute und Tuchfühlung mit den Pfarrern und Pfarrinnen, die dabei waren. Das „Lebewohl - Geht mit Gottes Segen" spricht Pfarrer Ger-hard Schuler aus Dittenheim, selbst mit seiner Familie Jahr-zehnte im Missionsdienst in Papua Neu Guinea tätig, am 15. Juli 2012 Abendts in einer Abschiedsandacht in Gräfenstein-berg. Von dort brechen sie am Montagwieder auf Richtung heimat  mit einem Abstecher in das Allgäuer Alpenland, das sie so gerne noch sehen wollten. Finanziert wurde der Flug übrigens zu je einem Drittel von den Teilnehmern selbst, der Gesellschaft für Innere und Äußere Mission und dem Dekanat Gunzenhausen. Gut investiertes Geld, meine ich.

 

Von Matthias Knoch

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