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2012.06.04. Landesbischof in Pappenheim zu Besuch

2012.04.06. Landesbischof in Pappenheim zu Besuch
Landesbischof Dr. Heinrich Bredford-Strohm (links) mit Gerhard Schleier, dem Leiter der Landvoklshochschule. Foto: Hennings

Bischof stand Rede und Antwort


Heinrich Bedford-Strohm stattete der Landvolkshochschule einen Besuch ab

 



PAPPENHEIM (chh) - Im Rahmen der Dorfpfarrerwoche, einer jährlich stattfindenden Fortbildungsveran­staltung für Pfarrerinnen und Pfarrer im ländlichen Raum, stattete der evangelische Landesbischof Dr. Hein­rich Bedford-Strohm der Landvolks­hochschule in Pappenheim einen Be­such ab. Zum Thema „Dem Dorf eine Stimme geben" stellte er sich den Fragen der Geistlichen, die aus ganz Bayern in die Altmühlstadt gekom­men waren.
Reduzierung der Gemeindepfarr­stellen, lange Vakanzen, unbefriedi­gende Wohnsituationen - die Liste der Themen, die den Teilnehmern unter den Nägeln brannte, war umfang­reich. Bedford-Strohm, der selbst die letzten acht Jahre auf einem Dorf leb­te, zeigte Verständnis für die Probleme der Pfarrerinnen und Pfarrer im länd­lichen Raum. „Es ist mir bewusst, dass die Umsetzung des Landesstellen­plans in einzelnen Gemeinden Härten verursacht. Als Kirchenleitung haben wir die Aufgabe, das Verfahren für die Stellenverteilung immer wieder neu an die bestehenden Herausforderun­gen anzupassen. Landessynode und Personalreferat haben daran schon in der Vergangenheit intensiv gearbeitet und werden das auch in Zukunft tun", so der Landesbischof, der das System dennoch für „sehr transparent und kommunikativ" hält. Kooperation sei ein wichtiges Thema, um die Betreu­ung von Klein- und Kleinstgemeinden durch Pfarrerinnen und Pfarrer auch künftig aufrechterhalten zu können. Sein Wunsch ist es, „die Menschen in den Gemeinden, da wo sinnvoll und nötig, zu inspirieren, sich zusammen­zuschließen und neue Perspektiven zu schaffen".
Konkrete Handlungsoptionen sprach Bedford-Strohm in puncto Va­kanzregelung an. Um die nach Ansicht des Bischofs manchmal „dramatische Situation" einer lange andauernden Überbelastung zu verringern, gebe es die Möglichkeit, geeignete Pfarrerin­nen und Pfarrer aus anderen Landes­kirchen in den Dienst der bayerischen Landeskirche zu übernehmen, sofern sie bereit sind, in Regionen mit hohen Vakanzquoten zu arbeiten. Zudem er­mutigte er die anwesenden Pfarrer, mit den eigenen Ressourcen behutsam umzugehen. „Wir müssen es auch als Pfarrer aushalten, jemanden zu ent­täuschen", erklärte Bedford-Strohm. „Wenn ich meinen Wert dadurch be­weisen müsste, dass ich alles schaffen kann, was von mir erwartet wird, dann wäre ich verloren" resümierte er und erhielt dafür spontanen Applaus.
Als eine große Herausforderung bezeichnete er den Umgang mit den finanziellen Mitteln. „Neben dem notwendigen Nachdenken über das Geld darf die Inspiration nicht ver­loren gehen", mahnte Bedford-Strohm. Jeder Einzelne müsse im Blick haben, dass Geld als Instru­ment zur Umsetzung der Inhalte zu sehen ist. Kirchenvorstände stünden vor der Aufgabe, immer wieder neu zu prüfen, an welchen Stellen der Gemeindearbeit die knappen finan­ziellen Ressourcen am sinnvollsten eingesetzt werden können.
Bei einem Blick in die Zukunft zeigte sich der Landesbischof opti­mistisch: „Ich sehe Kirche fest ver­wurzelt in den ländlichen Räumen. Die besonderen Vorzüge von Dorfge­meinden bieten viele gute Gründe für die Bewerbung von Pfarrerinnen und Pfarrern auf die Pfarrstellen dort."

Quelle: Altmühl-Bote, 04. Juni 2012

Horst Kuhn

Öffentlichkeitsreferent

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