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2012.02.26 Verabschiedung KMD Serr

2012.02.26. Gun, KMD Serr, Verabschiedung
Dekan Klaus Mendel (rechts). Pfarrerin Heike bachmann, Pfarrerin Susanne Thorwart, Pfarrer Ekkehard Malcher (links) mit KMD Alexander Serr. Foto: Kuhn
Mensch mit Musik und Humor
Zahlreiche Weggefährten verabschiedeten Kirchenmusikdirektor Alexander Serr


GUNZENHAUSEN (ug) - An wohl­wollenden Grußworten mangelte es bei der Verabschiedung von Alexander Serr in den vorzeitigen Ruhestand nicht. Hervorgehoben wurden darin nicht nur die fachliche Kompetenz des scheidenden Kirchenmusikdirektors, sondern insbesondere auch seine menschlichen Qualitäten. Mit einem feierlichen Gottesdienst in der evan­gelischen Stadtkirche St. Marien und dem anschließenden Fest im Luther­haus fand die Ära des engagierten Kantors in angemessener Weise ihren Abschluss.

Pfarrerin Susanne Thorwart hatte ihre Predigt an dem Konfirmations­spruch Alexander Serrs ausgerichtet: „Ich freue mich und bin fröhlich in dem Herrn, er hat mich mit den Klei­dern des Heils angetan und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet.
2012.02.26 Gun, KMD Serr, Verabschiedung
In vielerlei Hinsicht treffe dies auf den stets freundlich und
zuvorkommend auftretenden Serr zu, so die Pfarrerin. Dennoch sei er während seines fast 37-jährigen Wirkens in der Altmühl­stadt auch immer zu „kleinen Schel­mereien" fähig gewesen. Seine Sym­pathiewerte litten darunter keines­wegs. Im Gegenteil: Die ihn kannten, lachen auch im Nachhinein herzhaft über Alexander Serrs trockenen Hu­mor und manch spitzfindige Bemer­kung.
Davon überzeugen konnte sich die illustre Gästeschar beim Empfang im Lutherhaus. Dem künftigen Pensio­när wurde ein richtig großer Bahnhof bereitet. Sämtliche kirchenmusikali­schen Gruppen und Formationen hat­ten sich etwas einfallen lassen, um ih­rem Mentor und Lehrmeister quasi die vorerst „letzte Ehre" zu erweisen. Das Ergebnis war eine bunte Mixtur aus wundervoller Musik, unterhaltsa­men Einlagen, unzähligen frommen Wünschen und aufrichtiger Wert­schätzung. Bisweilen mag es vorkom­men, dass bei derartigen Anlässen eine allzu dick aufgetragene Lobhu­delei nicht nur beim Adressaten ein „Gschmäckle" hinterlässt. Bei der ausgelassenen Feier für Alexan­der Serr war dies anders. Die ehrenden Worte waren auch so gemeint und wurden vom Empfänger mit deutlich erkenn­baren Emotionen entgegengenom­men.
Hatten die Kan­torei unter der Leitung von Max Pfahler, das Taizé-Orchester, Heinz Horsts Saxofon-Ensemble, das Kammerorchester (Ruth Tuffentsa­mer), das Blockflötenensemble „Flautissimo" und der Posau­nenchor Gunzen­hausen (Sabine Fischer-Kugler) bereits in der Kir­che ihr Können unter Beweis gestellt, gesellten sich im Lutherhaus etliche weitere Serr'sche Begleiter hinzu. Die 2012.26.02. Gun, Verabschiedung KMD SerrMädchen und Buben des Kinderchors sangen zur Freude der Anwesenden und hatten darüber hinaus für ihren Musiklehrer Blumen mitgebracht. Ein absolut stimmungs- und tempera­mentvoller Beitrag des Gospelchors („Rente is coming") mit Ekkehard Lindauer an der Spitze machte Ale­xander Serr ohne Umschweife auf den Ernst der Lage aufmerksam.
Etwas differenzierter fiel da schon die Einschätzung des einen oder ande­ren Weggefährten aus: „Wir wünschen ihm im Unruhestand mehr Zeit für sich, Geleit von Gottes Hand." Im Saal wurde inbrünstig mitgesungen. Die ehemaligen „Singawengs" ge­währten einen Rückblick auf den „re­alistischen" Ablauf völlig normaler Chorproben.
Weinen, bitteres Wehklagen und gegenseitige Schuldzuweisungen do­minierten den Inhalt eines Sketchs der Pfarrerkollegen einschließlich Dekan Klaus Mendel. „An wem hat es denn gelegen?", fragten sie sich. Heike Bachmann, Susanne Thorwart, Ekkehard Mal­cher und Ge­burtstagskind Mendel fanden keine Antwort darauf, wer Alexander Serr denn vergrault haben könnte. Vielleicht lag es doch an Kult-Schlager­sänger Heino und seiner dunklen Brille. Das Publi­kum war hinge­rissen von der schauspieleri­schen Leistung der Protagonis­ten. „Die vier ha­ben ihren Beruf verfehlt!", konnte hinter vorgehalte­ner Hand sogar vernommen wer­den.
Nein, haben die Pfarrer eben nicht. Das Quar­tett zeichnet sich lediglich durch Flexibilität aus. Und genau diese Ei­genschaft verbindet sie wiederum mit Alexander Serr. Sämtliche Lau­datoren hoben diesen Umstand her­vor. Stellvertretend für die Stadt Gunzenhausen würdigte 2. Bürger­meister Karl-Heinz Fitz die indivi­duellen Vorzüge Serrs ebenso wie sein breites berufliches Spektrum. Bereits im Gottesdienst sei diese gro­ße Vielfalt „greifbar" gewesen, be­tonte Fitz. Gott sei Dank habe Serr der Stadt an der Altmühl bei seiner Ankunft damals nicht gleich wieder den Rücken gekehrt, obwohl er Gun­zenhausen alles andere als attraktiv empfunden habe. Jetzt stelle Serrs Lebenswerk einen sehr positiven As­pekt der Stadtgeschichte dar, so der Redner abschließend.

Langjährige Ausbildertätigkeit

„Was aus Ihrer Feder kam, war im­mer spitze, lobte Landeskirchenmu­sikdirektor Michael Lochner vor al­lem die kompositorischen Werke Ale­xander Serrs. Allein dafür gebühre dem passionierten Kirchenmusiker große Anerkennung. Aus landes­kirchlicher Sicht würdigte er ferner die langjährige, reiche Unterrichtstä­tigkeit Serrs: „Viele Schüler von Ih­nen erfüllen heute segensreichen Dienst." Lochner erwähnte zusätz­lich das Engagement des Kantors im Zusammenhang mit dem Aufbau und der Durchführung diverser kirchen­musikalischer Angebote im Fränki­schen Seenland. Kirchenmusikdirek­tor sei deshalb ein verdienter per­sönlicher Ehrentitel für Alexander Serr, den er ein Leben lang führen dürfe.
Alexander Serr blieb sich nach so vielen Lobeshymnen auch beim Schlusswort treu. Erst beabsichtigte er, eine Liste anzufertigen, um allen erwähnenswerten Menschen persön­lich Dank zu sagen. Doch schnell habe er gemerkt, dass diese Liste im­mer länger geworden sei. Deshalb könne das Ganze in diesem Rahmen nur in einer umfassenden Form aus­fallen, betonte Serr. Um die Zukunft der 2012.26.02. Gun, KMD Serr, VerabschiedungKirchenmusik in Gunzenhausen und Umgebung sei ihm nicht bange. Wegen des „reichen musikalischen Potenzials" der Menschen setze sich das auf den Weg Gebrachte auch oh­ne sein Mitwirken fort. Neue Ideen, Vorgaben und Inspirationen könnten das Repertoire sogar noch steigern und zusätzliche Perspektiven entste­hen lassen. „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn"- mit einem fest­lichen gemeinsamen Kanon verab­schiedete sich Alexander Serr.
Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, 28.02.2012
Horst Kuhn
Öffentlichkeitsreferent

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