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Dekanat Gunzenhausen  |  E-Mail: info@dekanat-gunzenhausen.de  |  Online: http://www.dekanat-gunzenhausen.de

Ev.-Luth. Kirche St. Michael Unterasbach

Kirche St. Michael Unterasbach mit Mohnblumenfeld

Das Besondere unserer Kirche

Die neu renovierte Michaelskirche ist ein weithin sichtbares Zeugnis des christlichen Glaubens und ein Wahrzeichen des Altmühltales.
Zu welcher Kirchengemeinde gehört sie?
Wie kommt es, dass sie so allein hier oben steht? Wie alt ist sie?
Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind.

Die Michaelskirche gehört zur Kirchengemeinde Unterasbach-Frickenfelden. Frickenfelden ist 4 km entfernt und doch schon seit 1298 Teil vom Pfarramt Unterasbach. Das dazwischenliegende Oberasbach hat eine eigene Kirche im Dorf und gehörte bis zur Strukturreform 2003 zum Pfarramt Gunzenhausen, jetzt auch zum Pfarramt Unterasbach.

Nach einer Sage ist die Michaelskirche eine "Wanderkirche". Sie sollte ursprünglich im Dorf erbaut werden. Über Nacht stand aber alles, was tags zuvor erbaut wurde, droben auf der Höhe. Das deutete man als "Wink Gottes" und baute schließlich oben weiter.
Wahrscheinlicher ist, dass es sich um eine mittelalterliche Wallfahrtskirche handelt, wie Zeugnisse ungarischer umherziehender Mönche nahe legen. Dem Erzengel Michael gewidmete Kirchen wurden meist auf Anhöhen errichtet und sind sehr alt.
Die Chorturmanlage in beherrschender Lage über dem Ort stammt aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert. Sie wurde 1707 barockisiert. Die Chordecke hat ein Sternrippengewölbe. Das Ostfenster ziert ein spätgotisches Maßwerk. Das Turmobergeschoss erhielt sein typisches Gepräge 1752-54 durch den markgräflichen Baumeister Johann David Steingruber (vgl. den Turm im nahegelegenen Aha). Zu jener Zeit wurde der Turm zur Jagdfalknerei genutzt. Er beherbergt zuweilen heute noch Turmfalken und Schleiereulen.


Das Innere unserer Kirche

Gleich am Eingang innen befindet sich ein alter Grabstein aus dem Jahre 1656. Er war bis 1959 unter der Altarstufe verborgen. "…Lucretia Kießling…geb. Nördlingen 1596…allhier entschlafen 1656…"

Der Altar ist eine "Besonderheit". Auf einem steinernen Altartisch (Mensa) von 1750 steht nicht mehr ein großes Altarbild (Retabel), sondern verbunden durch einen Öldruck des Abendmahls von Leonardo da Vinci die Empore mit der Orgel.

Man fand 1820 für die Orgel wohl keinen geeigneteren Platz. Das ursprüngliche Altarbild musste entfernt und der Altartisch nach vorne gerückt werden. Immerhin ist die Orgel von Eichmüller aus Heilsbronn ein geschätztes Meisterwerk solider Handwerkskunst, das stattliche 700 Gulden gekostet hat.
Sie wurde 2010 aufwendig renoviert.
Es wird gekrönt durch die Bildtafel des Namenspatrons der Kirche St. Michael. Der als Soldat gewandete Erzengel hat den Drachen besiegt (Offenbarung 12,7ff). In der Hand hält er die Seelen-
waage als Hinweis dafür, dass beim Jüngsten Gericht das Gute gegen das Böse aufgewogen wird. Im Mittelalter wurde er zum Schutzpatron des deutschen Volkes erkoren. Sein hebräischer Name bedeutet "Wer ist wie Gott?" Eine ständig kritische Frage an uns selbst, liegt darin doch unser Hauptproblem, dass wir uns selbst oder anderes zu Göttern erheben und Gott als Gott absetzen möchten. Gott aber hat den längeren Atem.

Die Kanzel ist von 1700 und hat entsprechend viele Pfarrer getragen und predigen gehört. Sie ist schlicht, damit Gottes Wort umso heller strahlt.

Der Taufstein von 1870 ist das Zentrum der Taufecke, die seit 2003 besteht und zusätzlich Freiraum zum sehr beengten Chorraum bietet. Den Taufstein ziert der Spruch: "Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden." Das setzt er dem Zeitgeist entgegen, der uns glauben machen will, Seligkeit und Glück im materiellen Reichtum finden zu können.

Das Lesepult von 1995 mit der Darstellung des barmherzigen Vaters, der seinen verlorenen Sohn in den Arm nimmt (Lukasevangelium 15,11ff) , die Liedtafeln von 2002 und das Kreuz von 2003 über dem Altar an der Empore sind von Pfr. i. R. Walter Brummer gestaltet, der in Igelsbach wohnt, mehr in Reichweite als in Ruhestand.

Sie können draußen noch einen der schönsten Blicke über das Altmühltal und die Höhenzüge des Hahnenkammes genießen mit Schloss Spielberg rechts auf der Anhöhe, Unterasbach vorne, Dittenheim und Windsfeld ganz links

Am Ausgang liegt ein Gästebuch aus. Wir würden uns über einen Eintrag von Ihnen sehr freuen.

Gerne können Sie auch noch die Wolfgangskirche in Oberasbach mit zwei Glasfenstern von Professor Stockhausen besuchen. Sie ist nur einen Kilometer von hier entfernt und tagsüber geöffnet.

Für Ihren Besuch in unserer Kirche und Ihr Interesse danken wir herzlich.
Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit in Gottes Haus mit guten Gedanken, etwas Ruhe und dass Sie ein wenig auftanken können.

Herzlich willkommen sind Sie auch bei einem unserer Gottesdienste, wenn die Orgel den Raum mit Klang erfüllt, die Gemeinde mit ihrem Gesang Gott lobt und sich Gott an uns durch sein Heiliges Wort wendet.


Kirchweih in Unterasbach lenkt Blick auf St. Michael

UNTERASBACH (gln) - „Man soll die Kirche im Dorf las­sen!" sagt ein Sprichwort und meist ist es ja auch so, dass die Kirche mitten im Dorf oder zumindest innerhalb des Dorfs steht. An­ders verhält es sich bei der St.-Michaels-Kirche von Unteras­bach. Sie steht weit außerhalb des Dorfs auf dem sogenannten „Michelsbuck". Der Sage nach ist die Kirche eine soge­nannte „Wanderkir­che". Ursprünglich sollte die Kirche un­ten im Dorf errichtet werden, doch was am Tag da gemauert wurde, war über Nacht auf dem Berg über dem Dorf. Die Unterasbacher er­kannten darin einen Fingerzeig Gottes und erbauten ihre Kirche nun da, wo sie heute noch steht.


Früher war die St.-Michaels-Kirche auch eine Wallfahrts­kirche.
Wann sie errichtet wurde, ist nicht be­kannt. Vielleicht war in vorchristlicher Zeit hier schon ein Heiligtum, an dessen Stelle später eine Kirche gebaut wurde. Die Unterge­schosse des Turms der derzeitigen Kirche stammen noch aus dem 15. Jahrhundert. Hier ist auch noch das gotische Sternrippengewölbe über dem Chorraum und ein Fenster mit gotischem Maßwerk erhalten. 1707 wurde vom markgräflichen Hofbau­meister David Steingruber ein neues, schlichtes Langhaus errichtet, das nicht breiter ist als der mächtige Turm. Nach Steingrubers Plänen wur­de auch der Turm 1752/54 erhöht und mit seinem mächtigen Kuppelhelm gekrönt. An seiner Spitze waren Öff­nungen, die der markgräfliche Falk­ner zum Auswurf der Jagdfalken be­nutzte. Die Ecken des Turmoberge­schosses sind abgeschränkt. Farbig abgesetzte Doppellisenen und Putz­streifen verleihen dem ganzen Bau et­was Würdevolles.


Das Kircheninnere ist schlicht. Em­poren mit rechteckig gefelderten Brüstungen umziehen das Langhaus an der Nord- und Westseite, auf einer weiteren Empore im Chor steht die Orgel aus dem Jahr 1829. Ihr mächti­ger, fünfteiliger Prospekt dominiert den Kirchenraum. Zwischen den ge­schwungen abgeschlossenen Seiten­türmen befindet sich auf dem etwas niedrigeren Mittelturm ein Ovalbild, das den Erzengel und Kirchenpatron St. Michael darstellt. Zwei Putten sind zu beiden Seiten. Vor der Or­gelempore steht der bis zu ihrer Un­terkante reichende Altar. Der niedrige Aufbau beinhaltet das berühmte Abendmahlsgemälde von Leonardo da Vinci in einer Kopie aus dem 19. Jahrhundert. Die Kanzel stammt aus der Zeit um 1700. 1986 wurden die Kirche und das Mesnerhaus, das west­lich der Kirche steht, gründlich reno­viert.


Der Friedhof, der sich südlich der Kirche am Hang ausbreitet, betritt man durch ein rundbogiges Tor. Die beiden Glocken aus den Jahren 1509 und 1587 gingen in den Wirren des 30-jährigen Krieges verloren. 1666 und 1683 wurden neue Glocken für die St.-Michaels-Kirche gegossen. 1694 kam eine weitere, von Johann Balthasar Heroldt in Nürnberg gegos­sene Glocke hinzu, die später nach Frickenfelden verkauft wurde. Das heutige Geläut stammt aus neuerer Zeit. Dass die Unterasbacher einen et­was weiteren Weg zu ihrer Kirche ha­ben, macht ihnen nichts aus, denn so eine Kirche, die man so weit sieht, ha­ben nur wenige Gemeinden und zum Kirchweihgottesdienst am kommen­den Sonntag lohnt sich auch ein etwas längerer Weg. GÜNTER L. NIEKEL

 

Quelle zum Text "Kirchweih in...":

Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe 29. August 2013

© Text: Günter L. Niekel, Muhr am See

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

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