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2020.02.04. Einweihung Kinder- und Familienzentrum Wilhelm-Löhe

Kinder- und Familienzentrum
Foto: Horst Kuhn

KiFaZ Wilhelm Löhe: Ein Paradies für Kinder

 

„Des is fei a drümmer Ding!“ Diana Leickert, die Leiterin des Evangelisch Inklusiven Kinderund Familienzentrums Wilhelm Löhe (KiFaZ), lächelt, als sie bei einem Rundgang durch den schmucken Neubau einen älteren Herrn zitiert, der jüngst hier zu Gast war. Und bestätigt durchaus stolz: „Ja, wir haben uns ausgebreitet, die Kinder haben hier tatsächlich viel Platz.“ Ihr selbst ersparten die weiten Wege am Föhrenweg zudem glatt das Fitness-Studio. Rund 140 kleinen Menschen bietet das neu und umgebaute KiFaZ in der Ostvorstadt alles, was das Kinderherz begehrt: überdurchschnittlich große Gruppenräume (70 Quadratmeter), breite Gänge, die zum Spielen einladen, einen Mini-Kicker, eine kleine Sporthalle, eine Nische mit Kaufladen, ein Bällebad, einen Indoor-Sandkasten, kleinkind-gerechte Waschräume, Toiletten und Duschen, eine schicke, geräumige Küche, in der gesundes, abwechslungsreiches Essen zubereitet wird – und Spiele, Spiele, Spiele.

Architekt Dominique Dinies folgte bei seiner dreieinhalbjährigen Arbeit dem Motto: „Niemals abreißen, abbauen oder ersetzen, immer erweitern, ändern und neu verwenden!” Die bestehende Krippe (Baujahr 2008) wurde demgemäß umgebaut, der Kindergarten neu erstellt und der ehemalige Kindergarten als Familienzentrum umgenutzt.

Eine besondere Herausforderung sei das Verbinden der drei Gebäudeteile gewesen, denn: Sie hatten einen Höhenunterschied von 1,60 Meter. Was sich im Gebäude in Form von leichten Rampen bemerkbar macht, auf Treppen verzichteten die Planer – Stichwort: Barrierefreiheit – bewusst.

Die Oberlichter im Dach sorgen für Sonne auch in den frühen Morgenstunden und belichten und belüften die ungewöhnlich hohen Bäder und die Gruppenräume auf natürliche Art. „Wir wollten möglichst wenig Technik einsetzen“, begründet Dinies diese Bauweise.

Der Neubau wurde, außer der Bodenplatte und einer Stützwand aus Beton, als reiner Holzbau konzipiert, da die Wände aus sogenannten Brettsperrholzwänden gefertigt wurden, sei es möglich gewesen, den Holzrohbau in nur rund zwei Wochen zu errichten. Die Fassaden mit der stehenden Holzlattung wurden mit Holzfaserdämmplatten nach strengen Vorgaben gedämmt. Das Gebäude hat KFW 55-Standard und wird mit einer Holzpellets-Anlage geheizt. Im Foyer und den Spielfluren wurde ein strapazierfähiger, anthrazitfarbener Estrich, in den Gruppenräumen ein eleganter Parkettboden verlegt. „Eine Frage der Ästhetik“, nennt das Diana Leickert, und auch der Wertschätzung den Kindern gegenüber.

6 Millionen Euro investiert

Rund 6 Millionen Euro hat der Bauherr, die Evangelische Kirchengemeinde Gunzenhausen, die das KiFaZ auch betreibt, hier investiert. Den größten Teil, rund 3,7 Millionen Euro, steuerte die Stadt Gunzenhausen bei, deren Aufgabe es ist, für genügend Kita-Plätze in der Altmühlstadt zu sorgen. Rund 2 Millionen davon erhält sie in Form von Zuschüssen vom Freistaat zurück.

Die Landeskirche ist mit 600 000 Euro dabei, die Evangelische Kirchengemeinde selbst mit 750000 (inklusive einem langfristigen Darlehen), die „Sternstunden“ des BR spendierten 580000 Euro, und auch die Aktion „Ein Herz für Kinder“ schoss Geld zu.

Dekan Klaus Mendel nennt dies erfreut eine finanzielle „Punktlandung“, denn damit sei man exakt innerhalb der Kalkulation geblieben. Was darauf schließen lässt, dass die am Bau beteiligten Firmen gute, solide Arbeit abgeliefert haben.

Ein kleines Kinderparadies haben sie allemal geschaffen.

Der Festredner des Abends, der Koblenzer Professor für Sozialmanagement Ralf Haderlein, brach sodann eine Lanze für die „Kita als ersten Bildungsort“. Viele Kinder seien dort länger als in der Grundschule, und angesichts der Aufgaben, die eine Kita heute leiste, sei es längst nicht mehr angebracht, von einer „Vorschule“ zu reden. In Wahrheit sei die Kita eine „Bildungseinrichtung“.

Der Politik schrieb er ins Stammbuch, dass sie dringend etwas gegen den Personalmangel an Kitas unternehmen müsse. Derzeit klafften die Ansprüche an die Kita und deren Ressourcen „weit auseinander“.

Das Konzept der Inklusion, das in der evangelischen Einrichtung gelebt wird, bezeichnete Haderlein als „das ur-tragende Element der christlichen Kirchen“, kein Kind dürfe ausgeschlossen werden. Ein Kinderund Familienzentrum wie das in Gunzenhausen, das eben nicht nur Kita, sondern Anlaufstelle für alle Generationen sei, so Haderlein, ein „Ort der ersten Begegnung mit Gott und Kirche“. Zudem solle es ein „Ort des gelebten Glaubens“ und eine „erste Visitenkarte von Kirche“ sein. Und an Dekan Klaus Mendel gewandt, fügte er hinzu: „Ihr KiFaZ ist Kirche selbst!“ Jürgen Eisenbrand

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe 04.02.2020

© Text: Jürgen Eisenbrand, Altmühl-Bote Gunzenhausen

© Foto: Horst Kuhn

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

 

KiFaZ, Gunzenhausen

Viel Platz zum Malen und Spielen: im KiFaZ Wilhelm Löhe können sich Kinder

nicht nur künstlerisch voll entfalten.

Fotos: Horst Kuhn

 

KiFaZ, Gunzenhausen

Alles so schön bunt hier: An wirklich jeder Ecke stößt man im neuen Kinderparadies auf interessantes Spielzeug.

 

KiFaZ Gunzenhausen KiFaZ Gunzenhausen

Leiterin

Diana Leickert

 

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