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Was die bayerische Landeskirche tut, damit die Menschen in Afrika und Irak nicht nach Europa fliehen müssen

Die bayerische Landeskirche unterstützt seit Jahren ihre Partner in Afrika und im Irak, damit Menschen in Not dort nicht die gefährliche Flucht in Richtung Europa antreten, sondern zuhause eine Existenzgrundlage haben und in ihren Heimatländern bleiben können.

 

Seit 2013 förderte die bayerische Landeskirche Projekte zur Katastrophenhilfe in Afrika mit 1,4 Millionen Euro und Projekte im Nahen Osten mit 8 Millionen Euro. In Projekte der Fluchtursachenbekämpfung wurden in afrikanischen Ländern seit 2013 468.000 Euro investiert, im Nahen Osten 785.000 Euro. Im laufenden Jahr 2019 stehen weitere 2,4 Millionen Euro an Haushaltmitteln dafür zur Verfügung.

 

Oberkirchenrat Michael Martin, zuständig auch für Partnerschaften, Flucht und Migration in der Kirchenleitung: „Seit Jahren engagieren wir uns nachhaltig dafür, dass die von Krieg, Bürgerkrieg, Hunger oder Naturkatastrophen betroffenen Menschen in Afrika und im Nahen Osten nicht die gefährliche Flucht nach Europa antreten müssen, sondern dass sie Hilfe bekommen in ihrer Region und möglichst rasch wieder eine eigene Existenz aufbauen können. Oft machen kleine Geldsummen schon einen großen Unterschied für die Menschen vor Ort."

 

Konkrete Beispiele für Hilfsprojekte, unterstützt durch die bayerische Landeskirche:

 

Jüngstes Beispiel: Kirche hilft beim Wiederaufbau nach Wirbelsturm Idai in Mosambik

Am 14. März 2019 trifft der Wirbelsturm Idai die Länder Mosambik, Simbabwe und Malawi. Betroffen sind in Mosambik 350.000 Menschen, 518 sterben. Nach der ersten Nothilfe hilft die bayerische Landeskirche jetzt mit, dass die 53.000 kleinen landwirtschaftlichen Betriebe wieder auf die Beine kommen. Mit 80.000 Euro aus Bayern wird der Kauf von Samen und Geräten unterstützt sowie der Wiederaufbau von 3.140 zerstörten Schulen.

 

Liberia: 143.000 Euro für Grundschulunterricht in Liberia

Die Lutheran Church in Liberia (LCL) betreibt zurzeit 28 Schulen im Land. Damit auch Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien für Grundschüler auf dem Land entwickelt werden können, unterstützt die bayerische Landeskirche dieses Projekt mit 130.000 Euro.

 

Liberia: Dorfgemeinschaftsprojekte

In Liberia erhalten im Rahmen eines von der bayerischen Landeskirche geförderten Projekts 180 Personen in sechs Dörfern eine landwirtschaftliche Grundausbildung. Sie lernen den Bau von Brunnenschächten sowie die Installation und den Betrieb von Handpumpen. Mit jeder Handpumpe können 500 Personen mit Wasser versorgt werden. Darüber hinaus werden Workshops zu technischem Know How angeboten und Mikrofinanzgruppen eingerichtet, und es wird gezeigt, wie man sich in Genossenschaften organisieren kann. Insgesamt profitieren 3.000 Personen von den Dorfgemeinschaftsprojekten der Lutheran Church in Liberia. Aus Bayern wird das Projekt mit 48.000 Euro bezuschusst.


Kongo: Selbsthilfegruppen für Frauen am Rande der Gesellschaft

Die Evang-Luth. Kirche im Kongo (ELCCo) hat in Kalemie, einer Stadt mit 150.000 Einwohnern, Selbsthilfegruppen für Frauen ins Leben gerufen. Ziel ist die Verbesserung der Wasserversorgung, der Hygiene, des Zusammenlebens und die Organisation von Alphabetisierungskursen. Ein zweiter Eckpfeiler ist die Erschließung von Finanzierungsmöglichkeiten für Gemeinschaftsprojekte. Durch das Projekt sollen die von Armut betroffenen Familien in Kalemie ihre Bedürfnisse des täglichen Lebens aus eigener Kraft decken können und auch die Risiken wie Ernteausfall oder Krankheit selbst bewältigen können. Weil sie sich zusammengeschlossen haben und gemeinsam auftreten, werden ihre Interessen und Nöte auf politischer Ebene auch gehört. Die bayerische Landeskirche unterstützt das Projekt mit 175.000 Euro.

 

Tansania: Neues OP-Gebäude für Krankenhaus in Ilembula

In Tansania wird derzeit das OP-Gebäude des Krankenhauses in Ilembula erneuert, da die alten Räume und Geräte nicht mehr den medizinischen Anforderungen entsprechen. In diesem Krankenhaus wurden in Jahr 2017 27.470 Menschen ambulant und 7.074 stationär versorgt. Es wurden dort 1.561 Kinder geboren. Mit 135.000 Euro hilft die bayerische Landeskirche beim Neubau mit. In Tansania werden bis zu 40 Prozent der Gesundheitsversorgung von kirchlichen Einrichtungen angeboten.

 

Tansania: Lager für Flüchtlinge aus Burundi

Durch die politischen Unruhen in Burundi kam es 2015 zu einer Massenflucht. Die meisten Menschen flüchteten nach Tansania. Auch dank finanzieller Hilfe von 160.000 Euro aus Bayern wurden Zelte aufgebaut, Wasserversorgung und psychosoziale Hilfe eingerichtet. Dank der großen Hilfe konnte der Ausbruch einer Cholera-Epidemie in den Camps verhindert werden.

 

Kenia: Einrichtung von Lagern für Flüchtlinge aus dem Südsudan

Wegen politischer Unruhen gab es in 2015 1,5 Millionen interne Flüchtlinge (IDP) im Südsudan. Weitere 630.000 flüchteten in Nachbarländer wie Kenia, Uganda, Äthiopien. Die bayerische Landeskirche unterstützte mit 40.000 Euro den Aufbau eines Flüchtlingslagers im kenianischen Turkata County. 69 Prozent der Flüchtlinge, die 2015 im Camp ankamen, waren Kinder. Neben der notwendigen Basisversorgung und der psychosozialen Betreuung konnte für 20.000 Flüchtlingskinder im Camp Schulunterricht ermöglicht werden.

 

Hilfsprojekte im Irak:

 

Starthilfe für Brautpaare

Die bayerische Landeskirche fördert junge christliche Paare, die heiraten wollen und aufgrund der Vertreibung durch den sogenannten Islamischen Staat nach wie vor in prekären Verhältnissen leben. Mit einer Förderung zwischen 2000 und 4000 US-Dollar pro Paar wird es ihnen ermöglicht, eine Hochzeitsfeier auszurichten sowie die grundlegende Ausstattung für einen gemeinsamen Hausstand zu kaufen. Dieses Signal soll sie an diesem wichtigen Punkt ihres Lebens ermutigen, ihre Zukunft in ihrem Herkunftsland zu planen und nicht zu fliehen.

 

Häuser und Werkstätten in christlichen Dörfern

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern fördert mit mehreren hunderttausend Euro die Renovierung von 67 Häusern, die in der Ninive-Ebene bei Mosul stark beschädigt wurden. Die überwiegend christlichen Bewohner dieser Orte werden durch Mikrokredite so gefördert, dass sie sich einen Lebensunterhalt vor Ort aufbauen können, etwa durch eine Kfz-Werkstatt, einen Friseursalon, einen Lebensmittelladen, ein Restaurant. Die meisten dieser Menschen werden in ihrer Heimat bleiben und nicht eine Zukunft in Europa oder auf anderen Kontinenten suchen.


Dorferneuerung im Irak

Die bayerische Landeskirche plant, im Nahla-Tal in der Bergregion des Kurdischen Autonomiegebiets des Irak sieben christliche Dörfer und ein muslimisches Dorf (insgesamt ca. 1000 Einwohner) zu fördern, um jungen Menschen zu helfen, ihre Zukunft dort zu entwickeln. Mit Sondermitteln von etwa einer Million Euro werden Bewässerungskanäle gebaut, um die Landwirtschaft zu intensivieren. Geplant ist auch ein Gemeinschaftszentrum für Feste und andere Veranstaltungen. Dies soll Beitrag zur Entwicklung einer zusammenhängenden Region sein, damit junge Menschen, Christen und Muslime, dort eine Zukunft haben.

 

München, 27. September 2019

Johannes Minkus, Pressesprecher

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