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Orgelmusik zur Marktzeit

Orgel Stadtkirche Gunzenhausen
Foto: Horst Kuhn

„Das tut meiner Seele gut“

 

KMD Bernhard Krikkay lockt mit „ORGELMUSIK ZUR MARKTZEIT“ seit drei Jahren Besucher in die Gunzenhäuser Stadtkirche St. Marien.

 

GUNZENHAUSEN. Die „Orgelmusik zur Marktzeit“ stößt auf offene Ohren. Renate Wahl aus Gunzenhausen kommt jeden Donnerstag und genießt die halbe Stunde in der Stadtkirche St. Marien. Sie sagt: „Das tut meiner Seele gut.“ Aber nicht nur Gunzenhäuser erfreuen sich an der Orgelmusik, auch Gäste, die beim Sonntagsgottesdienst von der Veranstaltung erfahren haben, und vor allem diejenigen, die als Mitglieder eines Kirchenchores für Kirchenmusik immer ein offenes Ohr haben, nehmen das Angebot gerne an.

Die „Orgelmusik zur Marktzeit“ gibt es seit drei Jahren. Es gab schon davor Versuche, zu Beginn unter der Federführung von Alexander Serr, die Orgelmusik mehr in den Fokus zu rücken, doch gab es immer wieder Probleme. So wurde anfänglich mit den Gunzenhäuser Samstagskonzerten am Marktplatz konkurriert, und „Die Gute Viertelstunde“ (mittwochs) fand kaum Anklang.

Erst Bernhard Krikkay gelang es, mit Unterstützung des Kirchenmusikvereins, die „Orgelmusik zur Marktzeit“ einzuführen und erfolgreich zu etablieren. Das Ganze findet am Tag des Gunzenhäuser Wochenmarkts statt, anfangs noch mit 20 bis 30 Besuchern, heute zählt der Kirchenmusikdirektor (KMD) im Schnitt 70 Besucher. Es ist ein bunter Mix aus Einheimischen und Touristen, der jedes Mal in der evangelischen Stadtkirche den Orgelklängen lauscht.

Dabei muss Krikkay durchaus nicht immer selbst die Register ziehen, er hat eine ganze Reihe von Ausführenden an der Hand. Beim jüngsten Termin musizierte Organist Tim Grummich aus Weißenburg, der in Bayreuth evangelische Kirchenmusik studiert und die 1. Symphonie op. 14 von Louis Vierne zum Besten gab. Es kamen um die 100 Zuhörer! Das überraschte Krikkay, und das natürlich positiv, auch wenn ihm die Programmzettel ausgingen.

Bei der Gestaltung des Programms richtet er sich nach dem jeweiligen Organisten, denn jeder hat seinen eigenen Stil. Jedoch achtet Krikkay darauf, dass unterschiedliche Epochen und Charakteristiken der jeweiligen Komponisten gemischt werden. Der Kirchenmusiker ist sich bewusst, dass Louis Viernes Stücke schwer und ernst daherkommen, er hält sich sonst gerne an etwas leichtere Kost. Beim stets gemeinsam gesungenen Lied bevorzugt er bekannte, schwungvolle Lieder, bei denen auch jeder mitsingen kann, und lässt meist nur zwei Strophen singen, um das Programm nicht zu sehr in die Länge zu ziehen.

Der KMD war vor Beginn des Projekts skeptisch, ob seine Idee, an einem Werktag die Menschen vom Wochenmarkt in die Kirche zu locken, fruchten würde. Seine Sorge war aber unberechtigt, da die Orgelmusik von Anfang an gut ankam. Seine Devise: mehr Orgel, weniger Worte. Er hält das Konzert mit geistlichem Beiklang bewusst im Rahmen von 20 bis 30 Minuten, zu diesem Zweck gibt es auch keine klassische Predigt, sondern nur einen Impuls, der im weitesten Sinne in das Umfeld der Religion gehört.

Die Orgelmusik-Saison beginnt nach Ostern und endet in der Kirchweihwoche. Zu Beginn war geplant, schon vor der Kirchweih aufzuhören, da das Projekt aber so großen Anklang fand, wurde beschlossen, den Zeitraum zu verlängern. Der Kirchenmusikdirektor hat außerdem im Sinn, die Saison um die Passionszeit zu verlängern, also noch früher im Jahr zu beginnen. Und er ist auch durchaus willens, im Advent einige musikalische Akzente zu setzen, wartet diesbezüglich aber noch auf Feedback.

Bernhard Krikkay verlässt sich bei der Werbung für seinen Donnerstag-Termin nicht nur auf Mund-zu-Mund-Propaganda, sondern stellt Roll-up-Banner am Marktplatz und direkt vor der Kirche auf. Auch legt er Wert auf eine persönliche Note. So begrüßt er seine Gäste zu Beginn der Andacht und verabschiedet sie am Endepersönlich, was sehr positiv aufgenommen wird. Da ein überwiegend älteres Publikum zu den Konzerten kommt, geschieht alles von Mensch zu Mensch. Die Orgelmusik zur Marktzeit ist kein digitales Event.

Wenn Bernhard Krikkay in den Urlaub geht, sieht er sich Orgeln nur „von außen“ an und bespielt sie nur, wenn ihn das Verlangen danach packt. Bei „Orgelmusik zur Marktzeit“ läuft in seiner Abwesenheit alles wie gewohnt weiter, Krikkay kümmert sich frühzeitig um andere Organisten und Impulse und legt sein Projekt vertrauensvoll in die Hände seines Vorgängers Alexander Serr.

Krikkay ist dankbar für die große Resonanz, die an jedem Donnerstag spürbar wird. Und er ist ein wenig stolz darauf, mit seiner „Orgelmusik zur Marktzeit“ so viele Leute jede Woche tatsächlich ins Gotteshaus zu locken, damit sie dort zur Ruhe und auf andere Gedanken kommen – und sich ganz einfach an dieser Art von Musik erfreuen. MARIA MÄHRLEIN

 

 

Orgelmusik

Erfolgreich mit „Orgelmusik zur Marktzeit“:

KMD Bernhard Krikkay an seiner Orgel in der

evangelischen Stadtkirche St. Marien in Gunzenhausen.

Foto: Maria Mährlein

 

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe29. September 2019

© Text und Foto: Maria Mährlein, Dittenheim

 

Horst Kuhn

Öffentlichkeitsreferent

Dekanat Gunzenhausen

 

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