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2018.04.29 Dekanatsfrauengottesdienst 2018

2014_Dittenheim, Kirche St. Peter und Paul
Dittenheim: Foto: Kuhn

„Sie werden uns g’scheit fehlen“

Die Dekanatsfrauenpfarrerin Sabine Karl wurde in Dittenheim verabschiedet

VON BERNADETTE RAUSCHER

„Jedem Alter wohnt ein Zauber inne und alles hat seine Zeit.“ So findet auch die ehrenamtliche Frauenarbeit von Pfarrerin Sabine Karl nach über 20 Jahren Engagement nun ein Ende.

Im Rahmen eines Dekanatsfrauengottesdienstes, der sich sehr passend mit dem Wandel der Zeit und den unterschiedlichen Lebensstationen eines Menschen beschäftigte, wurde sie verabschiedet.

DITTENHEIM – Sabine Karl sitzt neben dem frühlingshaft und lebensfroh geschmückten Altar. Die Orgel spielt die letzten Töne, Wortfetzen flattern die Altarstufen hinauf, die Türen quietschen beim Öffnen. Es herrscht Aufbruchstimmung nach dem Dekanatsfrauengottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul in Dittenheim. Karl bleibt noch sitzen und resümiert. „Ich möchte den Menschen gerne wertschätzend und auf Augenhöhe begegnen und sie als die Persönlichkeiten wahrnehmen, die sie sind, mit allem, was da ist“, sagt sie und fasst damit zusammen, was sie in den vergangenen 23 Jahren bei ihrer Arbeit leitete. Seit 1994 versucht die Theologin diese Mission in die Dekanatsfrauenarbeit zu tragen — mit viel Herzblut und Energie.

In all den Jahren organisierte und gestaltete sie unzählige Dekanatsfrauentage, Weltgebetstage und Dekanatsfrauengottesdienste. „In viele Aufgaben bin ich langsam hineingewachsen. Ich sollte eine theologische Fachfrau neben den anderen engagierten Frauen sein.“ Tatsächlich ist auffällig, dass die meisten Menschen, die ehrenamtlich für die Kirche arbeiten, Frauen sind, während die offiziellen Stellen noch immer zum größten Teil Männer besetzen: „Ich wollte immer auch die weibliche Sichtweise mit einbringen. Frauen gehen mit manchen Themen anders um und ich habe versucht, auch dieser Perspektive Gewicht zu geben.“ „Alles hat seine Zeit“, sagt Pfarrerin Karl in der Predigt ihres letzten Frauengottesdienstes. Und viele Dinge seien nun mal wie sie sind. Auch Zeiten des Klagens und des Kämpfens, des Haderns und des Scheiterns und Trauerns gehörten zum Leben. Und gehen vorüber. Die Welt verfolge ihren eigenen Rhythmus, und wie oft schmiedeten wir große Pläne für die nächsten Wochen, Monate, Jahre — und dann käme doch wieder das Leben dazwischen. Aber in der Gegenwart Gottes dürften wir darauf vertrauen, dass die Dinge einen Sinn bekommen und sich jedes kleine Puzzleteil unseres Lebens schließlich zu einem großen Ganzen fügen werde.

Die Worte der „Dekanatsfrauenpfarrerin“ wirken eindringlich und lebendig; Sabine Karl weiß, wovon sie spricht. 20 Jahre in der Dekanatsfrauenarbeit sind eine bewegte und bewegende Zeit. Auch in schweren Phasen und bei persönlichen Schicksalsschlägen konnte die Theologin auf die mitfühlende und stärkende Unterstützung der Dekanatsfrauen vertrauen. Und wieder neue Kraft aus dem Glauben schöpfen.

„Höhepunkte waren eigentlich immer die Gottesdienste bei den Dekanatsfrauentagen“, sagt Sabine Karl und lächelt. Gemeinsam würde man sich dabei mit einem Thema in all seinen Facetten auseinandersetzen; der Gottesdienst am Schluss ist dann wie ein Kondensat der gemeinsam gemachten Erfahrungen, der bereichernden Zeit, der wertvollen Begegnungen und Gespräche.

Doch wie Dekan Klaus Mendel bemerkt: „Wer mit etwas anfängt und ein Amt übernimmt, hat auch das Recht, irgendwann wieder aufzuhören.“ Und so sollte der Dekanatsfrauengottesdienst am Sonntag, 29. April, der letzte Frauengottesdienst unter der Leitung von Pfarrerin Sabine Karl sein. Vor allem aus privaten Gründen legt die Theologin nun ihr Amt nieder. „Außerdem merke ich, dass ich körperlich einfach an meine Grenzen stoße und nicht mehr so viel Energie habe wie früher“, sagt Karl. Vielleicht käme mit neuen Gesichtern auch wieder frischer Wind in die Dekanatsfrauenarbeit und neue Impulse.

Und trotzdem wirken die Dekanatsfrauen sehr wehmütig, als sie ansetzen, um Sabine Karl zum Abschied ein Segenslied zu singen. Kein Leben ohne Veränderung, ohne Wandel und Bewegung. Und keine Zeit ohne Abschied und Neubeginn. Aber auch nicht ohne ein traurig-dankbares Gemüt. Oder wie Dekan Klaus Mendel sagt: „Sie werden uns schon g’scheit fehlen!“

 

Dekanatsfrauengottesdienst

Einen Blumenstrauß und viele herzliche Segenswünsche:

Die Dekanatsfrauen verabschieden im Rahmen eines bunten Gottesdienstes

ihre langjährige theologische Fachfrau Pfarrerin Sabine Karl (Vierte von links).

Foto: Bernadette Rauscher

 

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe 05. Mai 2018

© Text und Foto: Bernadette Rauscher

 

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsrefernt

 

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