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Dekanat Gunzenhausen  |  E-Mail: info@dekanat-gunzenhausen.de  |  Online: http://www.dekanat-gunzenhausen.de

2018.03.17 Dekanatssynode 2018, Teil 1

2016_Lutherhaus
Foto: Kuhn

Wie schaut die „Kirche der Zukunft“ im Dekanat aus?

Synode im Lutherhaus thematisierte die anstehenden Veränderungen — Weniger Pfarrstellen im neuen Landesstellenplan vorgesehen

GUNZENHAUSEN — Das evangelische Dekanat mit seinen 28 Kirchengemeinden steht in den nächsten Jahren vor einem großen Umbruch. Zum einen ist es der Landesstellenplan 2020, in dem es um die zukünftige Pfarrstellenbesetzung geht, zum anderen das Projekt „Profil und Konzentration“ (PuK), in dem die Bedürfnisse der Kirchengemeindeglieder zukünftig Raum finden werden.

Unter dem Thema „Veränderungen als Chance sehen“ trafen sich Pfarrer, Synodale und Vertreter aus den Kirchengemeinden im Lutherhaus zur diesjährigen Dekanatssynode. Mit dabei war auch Eckehard Roßberg von der Gemeindeakademie Rummelsberg, der dem Dekanatsausschuss und den Kirchengemeinden seit Jahren im Vorfeld wichtiger Entscheidungen als Berater zur Seite steht.

Dekan Klaus Mendel ging eingangs auf die Grundproblematik ein, die alle 28 Kirchengemeinden mit ihren rund 20000 Kirchengemeindegliedern in nächster Zeit betreffen wird. Da ist zum einen die Altersstruktur der im Dekanat tätigen Seelsorger, „die mich nicht fröhlich stimmt“, so der Dekan. Es werde zu einschneidenden Veränderungen kommen. Die betroffenen Pfarrstellen werden für eine unbestimmte Zeit unbesetzt (vakant) sein.

Seit November 2017 ist beispielsweise die Pfarrstelle Dittenheim vakant. Pfarrer Gert Sommerfeld hat die Pfarramtsführung übernommen. Im Juni beendet Pfarrerin Brigitte Rothgängel, Kirchengemeinde Pfofeld-Thannhausen, ihren Dienst und geht in den Ruhestand. Termine für die Stellenausschreibung und auch des Stellenbesetzungsgesprächs mit Regionalbischöfin Gisela Bornowski sind festgelegt, informierte Mendel weiter.

Die Pfarrstelle Stetten/Wald wird im Dezember vakant werden, da der dortige langjährige Pfarrer Johannes Wagner in Ruhestand geht. In nächster Zeit erfolgt die Erstellung der Stellenausschreibung im kirchlichen Amtsblatt. Für die Kirchengemeinde Kalbensteinberg/Fünfbronn hat sich Pfarrer Martin Geisler, der sich in seinen beiden Gemeinden wohlfühlt, bereit erklärt, noch ein weiteres Jahr (bis 30. Juni 2019) im Dienst zu bleiben. Dekan Mendel bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei den Lektoren, Prädikanten und Ruhestandskollegen, die Gottesdienste übernehmen.

Unabhängig von den zu erwartenden Vakanzen im Dekanat ist der neue Landesstellenplan in Sicht, durch den sich weitere Reduzierungen von Pfarrstellen für den Dekanatsbezirk Gunzenhausen abzeichnen. Es sei gut, dass man mit dem gestarteten „Profil und Konzentration“ (PuK) einen Weg habe, gemeinsam eine Kirche für die Zukunft zu bauen. „Die kommende Zeit wird eine Zeit der Herausforderung sein, aber auch eine Chance, neu zusammenzustehen und füreinander da zu sein“, lautete Mendels Appell an die Synodalen und Kirchenvorsteher.

Sein Stellvertreter Gert Sommerfeld sprach an, wie es weitergehen wird. In den Vakanzzeiten könnten nicht mehr jeden Sonntag Gottesdienste angeboten werden, sondern vielleicht eher im vierzehntäglichen Rhythmus. „Je mehr Vakanzen es gibt, desto weniger kann man das Angebot und Programm durchführen“, so der Seelsorger aus Theilenhofen, der seit 14 Jahren im Fünfer-Verbund die Kirchengemeinden Theilenhofen, Dornhausen, Wachstein, Gundelsheim und Wachenhofen seelsorgerlich betreut.

Sich den neuen Herausforderungen zu stellen, manches fallen zu lassen, Neues zu bewältigen, bei Veränderungen jedoch das eigene Spezifikum seiner Heimatgemeinde zu beachten — dies betonte Eckehard Roßberg in seinen Ausführungen. „Kooperation, Koordination, Kommunikation“ sind in nächster Zeit zu beachten, wenn es um die Zusammenlegung von Arbeitsgebieten zwischen einzelnen Kirchengemeinden geht. Wichtig sind dabei die Zusammenarbeit und die Kollegialität zwischen den Pfarrern. „Wenn die Zusammenarbeit stimmt, erhöht sich die Attraktivität der Pfarrstelle“, so Roßberg. Er empfahl, innerhalb der Kirchengemeinden Arbeitsgruppen zu bilden, um sich Gedanken über die Zukunft von Gemeindezusammenlegungen zu machen. Er verwies auf die vom Dekanatsausschuss und dem Pfarrkapitel erarbeitete Vertretungslösung, die Chancen für die Entwicklung in den vier geplanten Regionen gibt. „Sie wissen, wo in Ihren Kirchengemeinden gewisse Nöte vorhanden sind. Sie sind daher gefordert, mitzuhelfen und mitzuarbeiten, damit das Wort Gottes und das Evangelium in seiner Vielfalt weiterhin verkündigt wird“, ermunterte er die Kirchenvorsteher.

Aufteilung in Regionen

Es ist vorgesehen, den Dekanatsbezirk in vier Regionen aufzuteilen. Die Mitarbeiter dieser Regionen gestalten die Vertretungsaufgaben autonom. Dies habe zwei Vorteile: Einmal die Überschaubarkeit und zum anderen hätten die betroffenen Hauptamtlichen ebenfalls direkt ansprechbare Kollegen in der Region. Sollten innerhalb einer Region die Termine einmal nicht händelbar sein, könnten auch Seelsorger aus den anderen Regionen einspringen.

Trotzdem würden, so das vorgefertigte Szenario, Vakanzzeiten immer zu Einschränkungen führen und alle Pfarrer, Kirchenvorstände und Kirchengemeindeglieder sind aufgefordert, auf die eine oder andere Gepflogenheit zu verzichten. Nach eingehenden Erklärungen bestand reger Diskussionbedarf über das Gesicht der „Kirche der Zukunft“.

Die Kirchengemeinden sollen in folgende Regionen eingeteilt werden. Region 1: Merkendorf, Hirschlach, Altenmuhr, Neuenmuhr, Wald, Stetten. Region 2: Gräfensteinberg, Haundorf, Laubenzedel, Kalbensteinberg, Fünfbronn, Absberg, Spalt. Region 3: Aha, Pflaumfeld, Unterwurmbach, Gunzenhausen, Pfofeld, Thannhausen.

Region 4: Unterasbach-Frickenfelden, Oberasbach, Theilenhofen, Dornhausen, Wachstein, Wachenhofen, Gundelsheim, Dittenheim, Windsfeld.

HORST KUHN

 

 

© Text und Fotos: Horst Kuhn

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

 

2018_Dekanatssynode, Roßberg,

Eckehard Roßberg (rechts), Dekan Klaus Mendel, stellvertretender Dekan

Pfarrer Gert Sommerfeld und Senior Pfarrer Thorsten Wolff.

Foto: Kuhn

 

 

 

 

 

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