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St. Sixtuskirche Laubenzedel

Das Gebäude und seine Geschichte
Kirche in Laubenzedel

Das Gebäude und seine Geschichte

 

Ort der Stille und Gottesbegegnung:

 

Wenn draußen die Hektik des Alltags uns in Schach hält, finden wir hier Ruhe und Besinnung.

 

O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,

dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,

dass ich verbinde, da, wo Streit ist,

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum herrscht,

dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel drückt,

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,

dass ich ein Licht anzünde, wo Finsternis regiert,

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt,

Ach Herr, lass du mich trachten:

nicht dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer da stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen.

Versammlungsort

für Gottesdienste:

 

An Sonntagen und an Feiertagen feiern wir in dieser Kirche Gottes­dienst. Er beginnt um 9.00 Uhr bzw. 10.00 Uhr im Wechsel mit Haundorf. Parallel zum 10.00 Uhr-Gottesdienst ist Kindergottesdienst ne­benan im Pfarrhaus (nicht in den Ferien).

Die tatsächliche An­fangszeit entnehmen Sie bitte dem aus­lie­genden Gemeindebrief oder dem Aushang im Schaukasten.

Wir feiern den Gottes­dienst normalerweise nach der lutherischen Ordnung, allerdings ein bisschen modifiziert. Es liegt dazu ein gelbes Faltblatt aus mit dem Titel: „Gottesdienstordnung Laubenzedel Haundorf".

 

Reise durch die Gegenwart und Vergangenheit.

 

Die Kirchengemeinde Laubenzedel hat im Jahr 1965 zur 550 Jahr­feier der Kirche und der 400 Jahrfeier der Pfarrei eine Festschrift herausgegeben.

Pfarrer Karl Schauer schrieb damals nieder, was wir in Aus­schnitten hier im Folgenden wiedergeben.

Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre und Erkundung des Gottes­hauses viel Freude und dass Gott Sie mit seiner Liebe beschenke.

 

,,Die Stätte deines Hauses"

Aus der Geschichte der Laubenzedler Kirche

 

An der südlichen Außenmauer des Kirchenschiffes, ist in einen Stein die Jahreszahl 1415 eingehauen, verschlungen mit einem alten Steinmetzzeichen. Im Jahre 1415 wurde die hiesige Kirche erbaut. Es war dasselbe Jahr, in dem auf dem Konstanzer Konzil der Vorreformator Johannes Hus verbrannt wurde, in dem die Burggrafen von Nürnberg zu Markgrafen von Brandenburg erhoben wurden.

 

Die 1415 hier erbaute Kirche war ursprünglich eine ,,Kapelle, dahin man wallfahren möge". Dabei ist aber wohl kaum an eine Wallfahrtskapelle im herkömmlichen Sinne zu denken, mehr daran, dass der Bau schlicht ausgestattet war, ohne Emporen, ohne Orgel, ohne Glocken usw. Doch hatte er im Grundriss wohl schon die jetzige Größe. Ein päpstlicher Erlass bestimmte: Wer etwas zum Bau der Kapelle beisteuerte, dem ist Ablass von 100 Tagen gegeben. Die Kosten zum Bau samt Handdiensten wurden, soweit das heute noch festzustellen ist, zum größeren Teil von den Laubenzedlern aufgebracht, zum kleineren Teil aus der Umgegend von Gunzenhausen bis Eschenbach.

 

Die Kapelle war dem ,,Heiligen Sixtus" geweiht, einem Bischof von Rom, der im Greisenalter in der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Valerian am 6. August 258 den Märtyrertod erlitt. Sein junger Archidiakon Laurentius wurde vier Tage später, am 10. August 258, zum Tode geführt, nach der Legende auf einem glühenden Rost furchtbar gequält, bis er starb. Nach den angegebenen Männern und Daten ist der hiesige Kirchweihtag auf den ,,Sonntag vor Laurenzi" (10. August) festgelegt. Mit dem Kirchenheiligen Sixtus hängt es zusammen, dass früher der Vorname ,,Sixt" hier des öfteren vorkam und der Familienname Sixtbauer heute noch in der Gemeinde daheim ist.

 

Mit dem 1415 erbauten Gotteshaus war eine ,,Frühmesser-Stelle" verbunden. Der Geistliche, der die Messe hielt, kam aus Gunzenhausen, hatte aber wohl von Anfang an hier sein Absteigequartier, seine schlichte Behausung, gleich neben der Kirche, an der Stelle, an der heute noch das Pfarrhaus steht.

 

Auf dem Altar der, wie schon erwähnt, anfänglich nur schlicht aus­gestatteten Kirche standen drei mittelalterliche  ,,hölzerne Bilder" , wahrscheinlich holzgeschnitzte Heiligenfiguren (erst bei der Kirchen­renovation 1707-09 entfernt). In den Altar waren Reliquien des hl. Sixtus eingelassen. Die seit der Reformation leere Einlassungsstelle ist noch an der Vorderseite des steinernen Altartisches zu sehen. Drei Türen mit Spitzbogen führten in das Gotteshaus: außer der jetzt noch benutzten im Westen je eine auf der Südseite und auf der Nord­seite.

-    Der Kirchturm war auch in seinem oberen Teil zuerst viereckig und  aus Holz (wahrscheinlich Fachwerk). Er wurde erst 1678 oben achteckig aufgebaut, wieder mit Holzfachwerk-Riegelfeldern, 1709 dann aus Bruch­stein, 1759 aus Quadersteinen. Im Jahre 1440 wurde die erste Glocke angeschafft (die ,,Zwölfuhrglocke"), erst im Jahre 1681 kam eine zweite Glocke dazu.

 

Ihr jetziges Aussehen erhielt die Kirche im wesentlichen seit Anfang des 18. Jahrhunderts. Eine große Säule, die bis dahin unter dem Schwib­bogen als Stütze ohne viel Nutzen in der Kirche stand, wurde 1700 entfernt und an ihre Stelle der Taufstein gesetzt. Bei der großen Kirchen­renovation 1707-09 erhielt das Gotteshaus nicht nur ein neues Gestühl, sondern auch eine neue Kanzel (die jetzige). Die alte ,,bretterne" Kanzel wurde damals entfernt und eine "zierliche Kanzel aus feinem Eichenholz" angeschafft, üppig geschmückt mit geschnitzten und gemalten biblischen Gestalten (Mose, Jesaja, die Evangelisten), umrahmt von Fruchtgehängen und Engelsköpfen. In ihrer schlichten Kunst ist diese Kanzel ein Schmuck­stück unserer Kirche. Ein noch schöneres Kunstwerk fand auf dem neuen Altar seinen Platz: der sehr edle Kruzifixus des markgräflich-ansbachi­schen Hofbildhauers Volpini (die Altarengel kamen erst später hinzu). Wohl selten hat eine Dorfkirche ein so großes, freistehendes Altarkreuz, das sofort den Blick des Kirchenbesuchers auf sich zieht und damit auf die entscheidende Heilstat hinweist.

 

1707 bekam die Kirche auch den Bodenbelag aus Solnhofener Jura­platten. Die zwei Emporen mit ihren Säulen wurden eingezogen, die Kirchtüren an der Süd- und Nordseite wurden zugemauert, dafür der Westeingang " beim Gemeindebrunnen" in seiner heutigen Gestalt gesetzt und davor der turmartige Aufgang zu den Emporen gebaut. Denkt man sich dazu noch die schöne, gewölbte Stuck-Rippendecke mit ihrem reichen Akanthusblattwerk und die im Jahre 1731 hinzugekom­mene Orgel, so hat man das Bild vor sich in seinen wesentlichen Zügen, das das Kircheninnere und das Kirchenäußere auch in der Jetztzeit noch bieten. (...)

 

Die vorletzte Instandsetzung wurde 1932 durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit wurde die Sakristei angebaut. 1942 mussten zwei Glocken für Kriegszwecke abgeliefert werden. Sie wurden im Jahr 1950 durch zwei neue Glocken ersetzt, so dass das volle dreistimmige Geläute wieder erklingen konnte.

Anlässlich eines Bombenangriffs auf Gunzenhausen am 28. Februar 1945 wurden die bunten Chorfenster zertrümmert. An ihre Stelle konnten 1948 helle Chorfenster aus Antikglas gesetzt werden. Zuletzt wurde das Gotteshaus im Herbst 1962 außen und innen renoviert, dem durch die Dorfverschönerung hell und schmuck gewor­denen Dorfbild angepasst in hellen Farbtönen. (...)

 

Ergänzend zu Herrn Pfarrer Schauers Ausführungen gibt es aus den Folgejahren zu berichten: Im Jahr 1984 erfolgte eine gründliche Sanierung nach Einbau einer elektrischen Bankheizung, eine Lautsprecheranlage und es wurde die bedeutende Anschaffung einer zweimanualigen Steinmeyer Orgel getätigt. Die erste Orgel wurde 1791 angeschafft. Sie wurde vom Lehrer "geschlagen" und hat dem letzten "Vorsänger" einen gewissen 'Sixtbauer' abgelöst.

Aus diesem Jahr stammen auch die neuen, farbigen Chorfenster. Das Amt für Denkmalpflege legte Wert darauf, dass die Sixtuskirche ein freundlicher, schlichter Kirchenbau bleibt und mit Farben nicht überladen wird.

Die drei Farbfenster weisen hin auf die Nächstenliebe, auf den guten Hirten, auf das A und O unseres Glaubens.

,,Ich gedenke der vorigen Jahre".

Aus der Geschichte der Pfarrei

 

Zum 550jährigen Jubiläum des Gotteshauses hinzu darf in diesem

Jahr 1965 ein zweites Jubiläum gefeiert werden: vor 400 Jahren, im Jahre 1565, wurde Laubenzedel eine eigene selbständige evangelisch-lutherische Pfarrei.

 

Die Anfänge der Siedlung Laubenzedel liegen geschichtlich im Dunkel. In einer alten Urkunde ist vermerkt, dass ein bäuerlicher Anführer namens Laubold einen befestigten Sedelhof errichtet hat, wobei "Sedel" soviel wie Ansiedlung, Wohnort bedeutet.

Also: Laubolds-Siedlung = Laubenzedel.

 

Vor der kirchlichen Eigenständigkeit wurde die Christengemeinde hier von Gunzenhausen aus als Filial kirchlich betreut. Schon eine Urkunde aus dem Jahre 1287 nennt den Dekan von Gunzenhausen als Seelsorger von Laubenzedel. Die Taufen wurden in Gunzenhausen vollzogen, die Ehen dort getraut, die Verstorbenen von Laubenzedel, Sinderlach und der Schnackenmühle im Friedhof Gunzenhausen beerdigt (dies sogar bis 1714!). Der Ort Büchelberg dagegen war kirchlich ursprünglich in die Kirchengemeinde Gräfensteinberg eingepfarrt (bis 1728).

Es sei hier nicht eingegangen auf die vielschichtigen Lebensverhältnisse und Veränderungen der Herrschaften, unter denen die Menschen hier in vergangenen Zeiten standen. Anfangs des 17. Jahrhunderts zum Beispiel, um 1608, gehörten von den 63 Häusern von Laubenzedel lehensmäßig 3 den Ansbacher Markgrafen, 23 der Lentersheimschen Herrschaft in Muhr, 14 dem Deutschherrenorden in Absberg, 14 den Herren von Crailsheim-Sommersdorf und 7 zu Eichstätt. - Wie oft wird von der ,,guten alten Zeit" gesprochen. In manchen Belangen mag man auch urteilen: gut, dass sich einiges geändert hat!

Doch kehren wir zurück zur Geschichte der Pfarrei. Auch nach dem Kirchbau von 1415 hier blieb über 150 Jahre die kirchliche Zugehörig­keit zu Gunzenhausen bzw., was Büchelberg betrifft, zu Gräfensteinberg noch weiter bestehen. Eine eigene Pfarrei war mit der Erbauung der Kirche nicht gegründet.

In weltlichen Dingen war die Zugehörigkeit nach auswärts zuweilen sogar eine Abhängigkeit, die uns heute ein Kopfschütteln oder Schmun­zeln abnötigt. So durfte das hiesige Dorf keine eigene Wirtschaft haben, sondern musste seine Braugetränke aus Gunzenhausen beziehen, ver­bunden mit der Bedrohung, anderes Bier würde man auslaufen lassen, wenn hier der Versuch unternommen würde, es auszuschenken. Doch dies nur am Rande.

 

Als die Reformation über Deutschland kam wie ein Sturm und über die Kirche wie ein fruchtbarer Regen, fand sie hier aufnahmebereiten Boden. Die alsbald evangelisch gewordenen Gunzenhäuser Pfarrer trafen in Laubenzedel auf ,,ein Völklein, das dem Wort Gottes ist herzlich nachgegangen". Weiter sagt die alte Urkunde: "viel fremd Volk, ins Papsttum gepfarrt, ist gen Laubenzedel gelaufen und haben dort neben den Predigten auch der Sakramente gerne gebraucht." Es handelt sich dabei neben Gräfensteinbergern besonders um die Büchelberger, die angesichts der Lage, dass in ihrer zuständigen Pfarrei Gräfensteinberg bis 1565 nur katholische Priester waren, sich der Kirche von Laubenzedel zuwandten, um das Gotteswort biblisch und deutsch zu hören. Die Lentersheimsche Herrschaft hat dies unterstützt. Als Jahr, in dem die Reformation hier eingezogen war, wird meistens 1532 angegeben.

Bei solch lebendiger kirchlicher Aufgeschlossenheit ist es nicht zu ver­wundern, dass sich hierorts immer stärkere Bestrebungen bemerkbar mach­ten, Laubenzedel zu einer eigenen Pfarrei werden zu lassen. Doch ging es nicht ohne Schwierigkeiten ab, bis die ersten Kinder hier getauft und die ersten Trauungen am Ort vollzogen werden konnten. Gunzenhausen gab sein Filial und dessen Einkünfte nicht gerne ab, so dass die Verhand­lungen und Auseinandersetzungen in dieser Sache, bei der die Lenters­heimsche Herrschaft den Hiesigen wieder kräftig beistand; dem Markgrafen von Ansbach einiges Kopfzerbrechen bereiteten. Endlich im Jahre 1565 war es so weit, dass die selbständige Pfarrei erreicht war. 1565 als Jahr der Erhebung zur Pfarrei geht urkundlich aus den ,,Historischen und topographischen Nachrichten" des hochfürstlich brandenburg. - onolzbachi­schen Archivrats Gottfried Stieber, Schwabach, 1761, hervor. Dort steht auf Seite 547 unter dem Stichwort Laubenzedel: ,,In vorigen Zeiten wurde die dortige Kirche als ein Filial von Gunzenhausen versehen, im Jahr 1565 aber zu einer eigenen Pfarrei errichtet." Auf dieselbe Zeit weist eine Notiz in einem alten Pfarrbuch in Aha.

 

Seitdem sind nun 400 Jahre vergangen. Vier Jahrhunderte reichen Segens, der von der Pfarrei unter die Menschen kam, die in der Kirchen­gemeinde lebten und heute noch leben. Dies sei gesagt auch in herzlicher Dankbarkeit allen gegenüber, die vorher sich um Wohl und Heil der hiesigen Menschen treulich mühten.

 

Von der Reformation an hielten sich zur hiesigen Kirche auch die drei Bauern von Sinderlach und seit 1660 ferner die Müller der Wilden­mühle, später Schnackenmühle genannt. Was die Büchelberger betrifft, wurde schon erwähnt, wie gern und zahlreich sie ins hiesige Gotteshaus zu den evangelischen Predigten kamen. Diese Verbundenheit hielt auch in den nachfolgenden Jahrzehnten an und baute sich aus, so dass sich Pfarrer Georg Frobenius (von 1608-1632 hier) als der rechtmäßige Seelsorger von Büchelberg betrachtete. Taufte er doch, obwohl Büchelberg offiziell kirchlich noch zu Steinberg gehörte, 171  Kinder aus Büchelberg, traute 12 Paare von dort und beerdigte 79 Büchelberger (diese im Friedhof von Gräfensteinberg; der hiesige Friedhof wurde erst 1714 errichtet). Freilich zwang dann die durch die Wirren des 30-jährigen Krieges erzwungene Flucht desselben Pfarrers Georg ­ Frobenius, die Laubenzedel von 1632-55 ohne eigenen Pfarrer ließ, die Büchelberger wieder, sich nach Gräfensteinberg zu orientieren. Aber das war nur ein Zwischenakt, wie sich später deutlich zeigte. Im Jahre 1714 reichte die ganze Gemeinde Büchelberg an den Markgrafen Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ans­bach den offiziellen Antrag ein, nach Laubenzedel umgepfarrt zu werden. Dieser Antrag fand nicht sofort Zustimmung. Dies ist menschlich ver­ständlich, wenn man bedenkt, dass sich die Steinberger Pfarrer und Lehrer ungern schmälern ließen in ihren Reichnissen und Stolgebühren, von denen sie ja in damaliger Zeit weithin lebten. Doch die Büchelberger ließen nicht locker in ihrem zähen Bemühen. 1727 machten sie geschlos­sen (in der Geschlossenheit, die heute noch dort daheim ist) eine neue Eingabe. Diesmal mit Erfolg. Am 11. November 1728 erging das mark­gräfliche Dekret, das ihre Einpfarrung nach Laubenzedel festlegte. Sie haben sich bis heute in großer Treue zu ihrer Pfarrei, deren Gottes­diensten und sonstigem Leben gehalten.

 

Wenn dieser Bericht auch kurz gehalten werden soll, so muss doch Erwähnung getan werden der vielen Drangsale, die der 30-jährige Krieg brachte. Die Chronik berichtet von ,,Güssen in der Altmühl", Viehseuchen, Bränden, von Teuerung und von Einquartierungen, die nicht mehr abrissen und die Dörfer völlig aussaugten. Anfangs flohen die Menschen mit ihrer wichtigsten Habe in das Gotteshaus als eine Schutzburg - aber wie wenig werden die, die am Leben blieben, durch die langen bangen Kriegsjahre hindurchgebracht haben! Der im Juli 1632 unter Lebensbedrohung geflohene rechtschaffene Pfarrer Frobenius kehrte nicht wieder (auch die Pfarrer von Neuenmuhr und Haundorf konnten sich damals nicht halten). Pfarrer Frobenius fand im selben Jahr (1632) in Nördlingen den Tod und wurde dort am 17. Dezember begraben. Die Gemeinde war bis 1640 verwaist, von da ab musste der Altenmuhrer Pfarrer aushelfen. Erst 1655, sieben Jahre nach Kriegsende, kam wieder ein eigener Pfarrer hierher. Auch in unserer Kirchengemeinde ließen sich damals viele Österreicher Exulanten nieder, ein nicht nur aus Barmherzigkeit aufgenommener, sondern willkommener und wertvoller Zuwachs. Viele Exulanten­namen finden sich noch heute in der Gemeinde.

 

Wir haben allen Grund, dankbar zu Gott aufzublicken. Dankbar für den vielen Segen, den er unserer Gemeinde durch die Jahrhunderte schenkte. Wir können nur bitten, dass der Herr auch weiter seine Gemeinde segne. An allen Orten und auch bei uns.

 

Heute zählen ungefähr 750 Evangelische zu der Kirchengemeinde verteilt in den Ortschaften Laubenzedel, Büchelberg, Sinderlach und Schnackenmühle.  Sie machen ca. 90% der Bevölkerung aus. Seit den 70 er Jahren gehört die Kirchengemeinde zusammen mit der Haundorfer zur Pfarrei Haundorf-Laubenzedel.

Eine große Personengruppe sind die Büchelberger Schwestern der Hensoltshöhe, die hier ihren Lebensabend verbringen.

 

Die rege Anteilnahme der Gemeindeglieder am kirchlichen Leben spiegelt sich in den doch zahlreichen Gemeindegruppen und -kreisen wieder:

Kindergottesdienst, Kirchenchor, Käfergruppe, Posaunenchor, Landjugend, Gottesdienstvorbereitungskreise, Frauenkreis, Kindergarteneltern, Seniorenkreis und Kirchenvorstand.

 

 

Der überwiegende Textteil entstammt der Festschrift aus dem Jahr 1965, erstellt von Pfarrer Karl Schauer, manches von Ernst Schnitzlein. Herzlichen Dank.

 

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