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2016.07.31 Kantatengottesdienst in Unterwurmbach

St. Jodokus Unterwurmbach
Foot: Kuhn

„Lasst uns dem Hass nicht das Feld überlassen“

 

Regionalbischöfin Gisela Bornowski plädierte beim „Klangvollen Sommerabend“ für Menschlichkeit und Toleranz

UNTERWURMBACH – Die Reihe „Klangvolle Sommerabende im Fränkischen Seenland“ fand in der Unterwurmbacher St.-Jodokus-Kirche mit einem Kantatengottesdienst ihre Fortsetzung. Die Predigt hielt die Regionalbischöfin, Oberkirchenrätin Gisela Bornowski. Sie bezog darin aus christlicher Sicht Stellung zu den schrecklichen Ereignissen der vergangenen Wochen.

Der Ortsgeistliche Thomas Schwab, der die Liturgie hielt, freute sich über den guten Besuch. Das Evangelium trug Lektorin Heidi Röttenbacher vor. Die Regionalbischöfin für den Kirchenkreis Ansbach-Würzburg führte in ihrer Predigt aus, dass die Welt in Gefahr stehe, ihre Farbe zu verlieren. Manchen verdunkle sich der Blick, andere sähen nur noch schwarz oder teilten die Welt in Schwarz und Weiß ein. Man stehe noch immer unter dem Schock der Ereignisse der vergangenen Wochen, zuerst Würzburg, dann München und schließlich Ansbach.

Bei vielen mache sich eine Mischung aus Unsicherheit, Angst und Wut breit und es mache viele sprachlos, wie viel Hass und Leid einzelne Menschen in die Gesellschaft bringen können. Fassungslos nehme man auch wahr, wie allmählich die Sprache verrohe, wie viele Hass-Mails im Internet auf den sozialen Medien verbreitet würden. Diese Atmosphäre des Hasses bleibe aber nicht nur in den sozialen Medien. Sie verändere insgesamt das Zusammenleben.

„Lasst uns dem Hass, egal in welcher Form er uns gegenübertritt, nicht einfach das Feld überlassen“, rief die Seelsorgerin den Zuhörern zu. In solchen Tagen des Schreckens dürfe es nur eins geben: „Dass wir Menschen, dass wir menschlich bleiben.“ Wut sei verständlich, helfe aber niemandem. „Wir sollen uns nicht beherrschen lassen von Rachegedanken“, sagte Bornowski. Rache enge ein und mache klein.

Es würden Muslime oder Geflüchtete laut, die sich gegen jede Form von Gewalt wenden und ganz klar zu der hiesigen Rechtsordnung stehen. In Ansbach hielten sie Mahnwachen und in einem Brief eines irakischen Kurden, der die Regionalbischöfin erreicht hat, stehe: „Wir sind alle zusammen aufgerufen, Hand in Hand gegen Gewalt, Radikalismus und Terror zu kämpfen und friedlich miteinander zu leben“. „Lassen wir nicht zu, dass die Angst und der Hass unser Leben bestimmen“, rief Gisela Bornowski den Gottesdienstbesuchern zu. Sie wünschte, dass die Menschen gerade jetzt ihr Gottvertrauen nicht verlieren.

Eröffnet wurde der Gottesdienst mit „La Majesté“ von Georg Philipp Telemann, ein festliches Stück, das Kirchenmusikdirektor Bernhard Krikkay (Orgel) und Martin Linck (Trompete) zum Besten gaben. Musikalischer Höhepunkt war die Kantate für Soli und Streicher „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“, dargeboten von Norbert Herrmann (Violine), Carola Eigenberger (Viola), Petra Mehringer (Violoncello), Gunter Schwarz (Kontrabass) und KMD Bernhard Krikkay (Cembalo). Thomas Hamberger sang die Soli, Martin Linck spielte ein virtuoses Trompeten-Solo.

Lang anhaltender Beifall

Nach dem Fürbittengebet, dem Vaterunser und der von Pfarrer Thomas Schwab ausgesprochenen Einladung zum geselligen Beisammensein gab es für das gesamte Musikensemble lang anhaltenden Beifall. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Gott segne dich“ und dem Segen für die Gesamtgemeinde durch die Regionalbischöfin erklang zum Abschluss „La Rejouissance“ für Trompete und Orgel von G. Ph. Telemann.

Die letzte Veranstaltung in der Reihe „Klangvolle Sommerabende im Fränkischen Seenland“ ist ein Konzert mit Hackbrett, Cembalo und Orgel am Sonntag, 7. August, um 19.30 Uhr in der Christuskirche in Absberg. Es musizieren Heidi Ilgenfritz aus Brannenburg und KMD Bernhard Krikkay. HORSTKUHN

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe 31. Juli 2016

 

© Text und Foto: Horst Kuhn

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

Kantatengottesdienst Unterwurmbach

 

Pfarrer Thomas Schwab begrüßte zum Kantatengottesdienst Regionalbischöfin Gisela Bornowski,

die auch über die jüngsten Terrorattacken sprach. Fotos: Kuhn

 

Kantatengottesdienst, Unterwurmbach

Kantate: Jauchzet dem Herrn, alle Welt

 

Kantatengottesdienst, Unterwurmbach

Pfarrer i. R. Günter L. Niekel (links) gemeinsam mit Regionabischöfin

Gisela Bornowski und Pfarrer Thomas Schwab.

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