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2015.06.28 Konzert "Schöpfung" von Jospeph Haydn

Schöpfung
Fotos: Gruber

In ganz großer Besetzung „Schöpfung“ dargeboten Das berühmte Werk von Joseph Haydn erfreute und begeisterte die Zuhörer in der Gunzenhäuser Stadtkirche


GUNZENHAUSEN – Es ist vor allem eine epische Verbeugung vor den Wun­dern der Natur, die Joseph Haydn mit der Komposition seines Oratoriums „Die Schöpfung“ musikalisch so ein­drucksvoll für die Ewigkeit dokumen­tiert hat. In fulminanter Manier zeleb­rierten die Kantoreien Gunzenhausen und Weißenburg, der katholische Kir­chenchor St. Willibald aus Eichstätt, das Vokalensemble „Voicepack“, vier grandiose Solisten sowie die Nürnber­ger Symphoniker unter der Gesamtlei­tung von Kirchenmusikdirektor Bern­hard Krikkay in der evangelischen Stadtkirche St. Marien die geniale Haydn’sche Vertonung des packenden Themas.


Es ist ein eher volkstümlich gehalte­ner Bericht über die erste öffentliche Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ (Wien, im März 1799), in dem folgende, bemerkenswerte Passage steht: „Damit’s alle Leut verstehn, was d’ Musik hat sagn wolln, so habn sies Büchl von der Kantate gratis austheilt, und das ist wunderschön z’lesen: und was mir gut gfalln hat, es ist hoch gschriebn, und doch verständlich da­bei.“ Heutzutage wird genau diese Klarheit bisweilen missverstanden, so­gar als reichlich „naive“ Darstellung abgetan. Dabei gibt sich Haydns Musik keineswegs mit Tonmalerei zufrieden. Und auch der Text Gottfried van Swietens stellt eine durchaus eigenwillige und sehr plastische Interpretation der Genesis dar.
Ähnlich dürfte auch die Ansicht des österreichischen Musikwissenschaft­lers Otto Biba zu bewerten sein: „Das Chaos, das Haydn in der Einleitung so unvergleichlich schildert, hatte man – freilich im übertragenen Sinn – deutlich vor Augen. Das neue Interesse an der Natur freute sich an den fantasieanre­genden literarischen wie musikalischen Schilderungen des Entstehens der Welt (im ersten Teil) sowie des Werdens der Lebewesen und schließlich des Men­schen (im zweiten Teil). Die Vereinigung des nach Gottes Bild geschaffenen Men­schenpaares ist das Thema des dritten Teils, der somit zum Hohen Lied der Liebe wird. All das ist von überzeitli­cher Bedeutung. Wer will, macht sich Gedanken über den Text, was er aus­drückt und was sozusagen zwischen den Zeilen steht; wer will, freut sich al­lein an der feinen musikalischen Ausar­beitung“.
So haben es in der Stadtkirche auch viele Besucher der Aufführung empfun­den. Dies lag selbstverständlich an der hervorragenden Qualität sämtlicher Akteure des Gemeinschaftsprojekts. Schon eine Woche vorher hatten sie in leicht veränderter personeller Beset­zung die Menschen in der Weißenburger St.-Andreas-Kirche zu stehenden Ova­tionen veranlasst. Auch in der Altmühlstadt Gunzenhausen waren rund 500 Freunde der Kirchenmusik dem Ruf der Kantorei gefolgt, um an der besonderen Atmosphäre teilhaben zu dürfen.
In einem erheblichen Maß trugen die Solisten zum Gelingen des ehrgeizigen Vorhabens bei. Daran änderte auch der kurzfristige, krankheitsbedingte Aus­fall des ursprünglich vorgesehenen Te­nors nichts. Für Christian Dietz sprang Christian Zenker aus Heidenheim an der Brenz in die Bresche. Bernhard Krikkay hatte seine weitreichenden Kontakte genutzt, um den renommier­ten Sänger noch rechtzeitig „aus dem Hut zu zaubern“. Der „Feuerwehrmann“, zu dessen Standardrepertoire unter anderem Haydns „Schöpfung“ zählt, erfüllte seinen Part in professio­neller Weise und wurde den Anforde­rungen mit wohltuendem Einfühlungs­vermögen jederzeit gerecht. Im Ensem­ble erwies sich Zenker ebenso als abso­lut taktsicher.
Gleiches gilt für die Sopranistin An­ke Endres. Die Würzburgerin bewältig­te ihre Einsätze mit makelloser Stimme und hoher rhythmischer Präzision. Sie brachte die „reine Harmonie“ und sti­listische Bandbreite in den Arien sehr ausgewogen und vielfältig zur Geltung. „Wunderschön“, lautete bisweilen die spontane Reaktion unter den Zuhörern. Jede Menge Lob konnte darüber hinaus der aus Stopfenheim stammende ehe­malige Regensburger „Domspatz“ Manfred Bittner (Bass) entgegenneh­men. Er überzeugte insbesondere in den tieferen Passagen mit enormer Fülle und Ausdruckskraft, verlieh dem Kol­lektiv die angemessene Würde und Er­habenheit. Als gedeihliche lokale Kom­ponente bereicherte Doris Weiß-Hof­mann (Sopran) im Schlusssatz die Auf­führung.
Die vereinigten Chöre agierten sicher und souverän. Auch optisch sehr publi­kumswirksam, setzten die über 100 Frauen und Männer die dynamischen Vorgaben des Dirigenten leidenschaft­lich und differenziert abgestuft in Mu­sik um. Trotz des Mammutprogramms präsentierten sich die Mitglieder in al­len Teilen als kompakte Einheit, er­laubten sich keine „Hänger“ und stell­ten sich im Zusammenwirken mit dem Orchester als uneingeschränkt zuver­lässiger Faktor heraus. Mit viel Herz­blut muss ein derart komplexes Werk zweifellos auch angegangen werden.
In welch beeindruckender Weise Lei­denschaft und Kompetenz verknüpfbar sind, unterstrich mit schier unerschöpf­lichem Temperament KMD Krikkay auf seinem Podest. Er zeichnete für das Ge­lingen in Gunzenhausen verantwortlich und erntete mit allen Protagonisten am Ende völlig verdient die Früchte der „harten Arbeit“.
Etliche Kirchenbesucher hielten es beim Verlassen des Gotteshauses viel­leicht wie anno 1799 Joseph Haydn. Über einen störrischen Priester, der die Aufführung seines Werks in kirchli­chem Rahmen verbieten wollte, schrieb der „Experte“ wohl zu Recht: „Ich bin überzeugt, dass ein vernünftiges Con­sistorium diesen Apostel des Friedens und der Einigkeit näher mit seinen Pflichten bekannt machen wird, da es nicht unwahrscheinlich ist, dass die Menschen mit weit gerührterem Herzen aus meinem Oratorium als aus seinen Predigten herausgehen dürften.“ ULI GRUBER

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen

© Text und Fotos: Uli Gruber

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

 

Schöpfung

Kirchenmusidirektor Bernhard

Krikkay gab mit Leidenschaft

und Können die Richtung vor.

Schöpfung

Die Mitglieder der vereinigten Chöre und die Nürnberger Symphoniker wirkten

in der Stadtkirche gedeihlich zusammen und präsentierten sich als eine

"klangvolle" Einheit. Fotos: Gruber

Schöpfung

Die Solisten Doris Weiß-Hofmann, Anke Endres, Manfred Bittner und

Chrsotian Zenker (von links) überzeugten bei der Aufführung des Oriatoriums

"Die Schöpfung" in der evangelischen Stadtkirche.

Schöpfung

 

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