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2015.18.03. Dekanatsfrauenfrühstück

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Dekanatsfrauenfrühstück 2015

Verzeihen heißt befreien
Dekanats-Frauenfrühstück beschäftigte sich mit der Vergebung von Schuld


GUNZENHAUSEN (man) - „Ich kann nix dafür, die Eva ist schuld!" - Es ist die älteste Strategie der Mensch­heitsgeschichte: Statt zuzugeben, dass man Mist gebaut hat, zeigt man lieber mit den Fingern auf andere. Dabei sind die Bitte um Verzeihung und das Vergeben können die wichtigsten Grundlagen aller menschlichen Bezie­hungen. Das machte Dr. Renate Knoch beim Dekanats-Frauenfrühstück im Lutherhaus deutlich.
Schon den ersten Menschen fiel es schwer, einen Fehler zuzugeben, statt dazu zu stehen, dass sie die verbote­nen Früchte vom Baum der Erkennt­nis genascht hatten, so steht es in der Bibel, versteckten sich Adam und Eva vor Gott. Das hat sich bis heute nicht geändert, höchstens zum Schlimme­ren. Etwas falsch zu machen gilt als Schwäche, und Schwäche zu zeigen ist verpönt.
Dabei kann es so erlösend sein, wenn man mit einer Entschuldigung eine Sache aus der Welt schafft. „Ver­gebung leben - befreit leben" lautete denn auch das Thema der Pfarrers­frau aus Gräfensteinberg. Kurzweilig und nah am Leben vermittelte sie im bis auf den letzten Platz besetzten Lu­therhaus ihre Thesen.
Fehler zu machen, das liegt nach Worten von Renate Knoch doch in der Natur des Menschen. Wer glaubt, nie etwas verkehrt zu machen, belügt sich selbst. Doch in einer Welt, in der Un­ternehmen via Stellenausschreibung den perfekten Arbeitnehmer suchen, fällt es immer schwerer, das auch ein­zusehen.
„Es kommt darauf an, dass ihr euch gegenseitig vergeben könnt." Diesen Satz gab Renate Knochs Mutter dem jungen Paar mit auf den Weg, als ihr Zukünftiger um ihre Hand anhielt. Für Knoch wurde das eine wichtige Basis ihrer Ehe. Denn Meinungsver­schiedenheiten und Streit bleiben nach ihrer Erfahrung auch in der bes­ten Partnerschaft nicht aus, wichtig ist, dass man darüber redet, um Ent­schuldigung bittet, sich verzeiht.
Jeder Streit birgt die Gefahr, den anderen zu verletzen. Lässt man diese Dinge dann ungesagt im Raum stehen, bleibt etwas zurück, auch wenn man scheinbar längst zur Normalität über­gegangen ist. Wer diese Strategie fährt, sammelt letztendlich immer mehr Müll an, die Beziehung, drückt es Renate Knoch aus, „verfault von innen".
Zum Verzeihen gehört aber auch, dass man selbst vergeben kann und das ist manchmal sogar schwerer als eine Entschuldigung. Denn was ist, wenn man ungerecht behandelt wur­de, und es der andere gar nicht merkt? Was ist mit Verletzungen, für die sich das Gegenüber nie entschuldigt hat?
„Das verzeih ich dem nie!" Kaum jemand hat diesen Satz nicht schon einmal in seinem Leben gedacht oder ausgesprochen. Für Renate Knoch greift hier ein Satz aus dem „Vaterun­ser": „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldi­gern." Wer Vergebung bekommen möchte, muss auch Vergebung gewäh­ren können. In der Bibel ist dies nach Knochs Worten ganz klar aneinander gekoppelt.
Wem schadet es letztendlich, wenn man unerledigte Dinge mit sich he­rumschleppt? Wenn der Knoten der Verletztheit immer dichter, immer fes­ter wird? Wenn Verbitterung und Groll wachsen? Am meisten schadet sich der Mensch doch selbst.
Es gibt allerdings auch Verletzun­gen, die sind so tief und so einschnei­dend, dass sie nicht so einfach verge­ben werden können. Wenn etwa ein Mädchen in seiner Kindheit vom Va­ter immer zu hören bekam, dass es das und das eh nicht könne. In so einem Fall nütze es wenig, einen Stein als Symbol der Verletzung in einen Fluss zu werfen. Dann müsse man sich pro­fessionelle Hilfe holen, stellt Renate Knoch klar.
Für nicht so schwere Fälle gibt es laut Renate Knoch aber auch einen Fachmann und denn benennt sie im Lutherhaus sehr schnell: Jesus. Das ist für die Referentin der „Profi in Sachen Vergebung", in seine Hände kön­ne man das bewusst legen. Gleiches gelte auch für die eigene Schuld, so man bereit sei, sich dazu zu bekennen. Knochs Quintessenz lässt sich am Ende auf einen einfachen Nenner bringen: Wenn man um Verzeihung bitten und auch eine Schuld vergeben kann, dann „können wir befreit wei­terleben".

 

Quelle: Altmühl-Bote Gunzenhausen, Ausgabe 20.03.2015

© Text und Foto: Manriane Natalis

 

Horst Kuhn

Dekanat Gunzenhausen

Öffentlichkeitsreferent

 

2015.Dekanatsfrauenfrühstück

Dr. Renate Knoch (Dritte von links), die Referentin des diesjährigen Dekanats-Frauenfrühstück im Lutherhaus, mit demOrganisationsteam, den DekanatsfrauenbeauftragtenKatrin Schuler und Renate Derr sowie ihren Stellvertreterinnen Christa Sixtbauer und Monika Mährlein. Mit dabei auch

Lydia Mägerlein (links) vom Kirchenvorstand.                        Foto: Natalis

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