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Voruntersuchungen zur Renovierung der Rieter-Kirche

Kalb_Rieterkirche_Renovierung1

Nachdem das Tragwerksgutachten über die Arbeiten am Dachstuhl im Januar fertig gestellt wurde, sind die Voruntersuchungen weitgehend abgeschlossen. Lediglich eine weitere Untersuchung an der Natursteinfassade steht noch aus, die baldmöglichst durchgeführt werden soll.

 

Der Antrag an das Landeskirchenamt München, den Architekt Frank Löffler vorbereitet, soll noch im März gestellt werden. Enthalten sind folgenden Einzelmaßnahmen:

  1. Instandsetzung Tragwerk und Natursteinfassade Fassade
  2. Instandsetzung Glockenstuhl mit Läutetechnik
  3. Schädlingsbekämpfung im Kircheninnenraum
  4. Herstellung eines barrierefreien Zugangs
  5. Einrichtung einer behindertengerechten Toilette

Die Ausschüsse der Landeskirche werden dann voraussichtlich bis zum Sommer entscheiden, welche der genannten Maßnahmen wie stark bezuschusst werden. Von dieser Entscheidung hängt hab, ob alle der Punkte umgesetzt werden oder ob Abstriche gemacht werden müssen.

Die Höhe der Zuschüsse der Landeskirche dürfte etwa 1/3 betragen, je nach Finanzlage der Gemeinde und Dringlichkeit der Maßnahmen. Besonders die Maßnahmen 1 - 3 sind mit hoher Priorität einzuschätzen.

Weitere Zuschüsse sind bei Denkmalamt, Bezirk, der politischen Gemeinde und bei bestimmten Stiftungen und Fonds zu beantragen. Einen nicht geringen Anteil wird jedoch unsere Kirchengemeinde selbst zu tragen haben. Hierzu wird durch die Verwaltung in Wassertrüdingen ein solider Finanzierungsplan erstellt werden.

 

Zu den Einzelmaßnahmen:

Tragwerk (Dachstuhl): An den Dachstühlen von Turm, Langhaus und vor allem vom Chor gibt es zum Teil größere Schäden, die ein zeitnahes Handeln erfordern. Am Turm betrifft dies vor allem die Schiefereindeckung, die darunter liegende Dachverschalung sowie zwei angemorschte Sparren. Am Langhausdachstuhl (von 1609)  sind die Schäden geringer. Hier sorgt ein unfachgemäß reparierter Balken einseitige Belastung, mittlerweile vom Turmfenster aus deutlich sichtbar an einem Knick im First. Am Chor-Dachstuhl (nach neuesten Untersuchungen des Denkmalamts original aus der Erbauungszeit von 1477!) ist der untere Bereich der zwei äußeren Sparren (Südost und Nordost) stark angefault. Diese müssen dringend ausgetauscht werden. Zudem muss das Chor-Tragwerk, das sich in einer leichten Neigung befindet und dadurch allmählich aus den Verzapfungen gerät, insgesamt wieder gerade ausgerichtet werden.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Kalb_Rieterkirche_Dachstuhl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grossansicht in neuem Fenster: Kalb_Rieterkirche_Dentro

 

Abb.: Chordachstuhl: Die auf dem Balken geschriebene Jahreszahl "1477" wurde durch die dendrochronologische Untersuchung (Wuchskurve der Jahresringe) bestätigt und stammt somit noch von der Hand eines der Erbauer unserer Kirche. Wie die Daten zeigen, wurde die Tanne im Winterhalbjahr 1476 gefällt. (Fotos: Müller, Fa. Mittnacht)

 

Grossansicht in neuem Fenster: Kalb_Rieterkirche_Orthband

Abb.: Schäden am Orthband (Foto: Löffler)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natursteinfassade: Vor allem die Schadstellen in den oberen Geschossen des Turms (Bäumchen!) sowie das Orthband zwischen Turm und Langhaus sollen ausgefugt und einzelne Steine erneuert werden.

Glockenstuhl: die Art der Aufhängung des Glockenantriebs sorgt für starke Schwingungen am Turm. Es wird nach einer Lösung gesucht, die Schwingungen des aus der Barockzeit stammenden Glockenstuhls schonender abzufangen. Zudem entspricht die elektrische Anlage des Läutwerks nicht mehr den Sicherheitsstandards (z.T. Kabel verhärtet, Verteilerkästen verrostet). Die stark verwitterten Holzlamellen in den Schalllöchern lassen aufgrund des zu großen Abstands bei nassem Wetter zu viel Feuchtigkeit in den Turm und müssten erneuert werden.

 

Schädlingsbekämpfung: Wie sich nun nach einer Behandlungsdauer von einem Jahr herausgestellt hat, bringen die Nützlinge (Schlupfwespen) nicht die gewünschte Eindämmung des Holzwurmbefalls. Zum einen zeigte sich der Kircheninnenraum stärker mit Schädlingen befallen als zunächst angenommen, zum andern wurden die Bänke in den 1980er Jahren offensichtlich mit einem Holzschutzmittel eingelassen, das - soweit verflüchtigt - nicht mehr die Holzwürmer, wohl aber die Schlupfwespen zu schädigen scheint, wie die Biologin der Fachfirma vermutet. Es soll nun bei einem gemeinsamen Termin von Denkmalamt, Restauratoren, Schreinerei, Architekt und Schädlingsbekämpfungsfirma eine alternative Lösung für das Schädlingsproblem zu erörtert werden. Diese Maßnahme soll ebenfalls dem Gesamtpaket zur Kirchenrenovierung eingegliedert werden.

 

Barrierefreier Zugang: Als mögliche Zugänge wären ein ehemaliger Mauerdurchbruch an der südwestlichen Kirchhofmauer (ehemaliges Schulhaus bis 1880) oder die ehemalige Tür zum hinteren Kirchhof im Nordosten denkbar (der Torbogen ist nur von innen sichtbar).

 

Behindertengerechte Toilette: Sowohl für ältere Kirchengänger, aber auch für die zahlreichen Besucher, die an Kirchenführungen teilnehmen, wäre eine frei zugängliche Toilette wünschenswert. Die Spenden aus Kirchenführungen werden übrigens ausschließlich zum Erhalt unserer Kirche verwendet.

 

Vorrang werden bei der Landeskirche sicher die ersten drei der genannten Maßnahmen haben, da diese der unbedingt notwendigen Substanzerhaltung dienen. Ob die beiden zuletzt genannten Maßnahmen - Barrierefreier Zugang und Toilette - tatsächlich zur Umsetzung kommen, wird von der Einschätzung der Landeskirchlichen Ausschüsse abhängen, die sich im Juni und Juli mit den Anträgen befassen werden.

 

 

Text: Thomas Müller

Fotos: Frank Löffler, Thomas Müller, Fa. Mittnacht

 

 

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