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Wort zum 1. Advent 2017

Wort zum 1. Advent

Wenn  man heutzutage genau informiert sein will, dann schlägt man bei „wikipedia" nach. Das Online-Lexikon hilft eigentlich immer weiter. Und so wird uns auch unter dem Stichwort „Advent" das Wichtigste kurz und prägnant dargeboten:

Advent (lateinisch adventus „Ankunft"), eigentlich Adventus Domini (lat. für Ankunft des Herrn), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten, vorbereitet.

 

Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt nach katholischer wie evangelischer Tradition auch das neue Kirchenjahr." Ich denke präziser kann man „Advent" nicht beschreiben.

 

Was dann folgt, sind Informationen zur Geschichte (z.B. dass Advent ursprünglich eine „Fastenzeit" war) und zu den verschiedenen Adventsbräuchen, aber auch etwas zu Adventsliedern und zur „Kommerzialisierung" des Advents.

 

Wenn man diese Zeilen liest, dann tun sich Fragen auf, die auch mich bewegen:

 

  • Nehme ich den Advent als eine Zeit der Erwartung wahr oder ist in ihm bereits das Weihnachtsfest vorweggenommen: in allem vorweihnachtlichen Trubel, den Weihnachtsmärkten mit ihren Weihnachtsliedern und der Weihnachtsdekoration der Städte? Oder lasse ich mich auf den alten, spannungsvollen Zusammenhang von Erwartung und Erfüllung ein und entdecke dabei etwas von der Vorfreude und der Freude am Weihnachtsfest neu.

  • Ist mir bewusst, dass am Ende der Zeit Christus wiederkommen wird, zu richten, die Lebenden und Toten und sein neuer Himmel und seine neue Erde beginnen? Oder lasse ich mich treiben vom Alltag der Geschäfte, lebe für mich im hier und heute und vergesse dabei meine Verantwortung für die Mitmenschen und die Welt?

  • Ist der Gedanke, dass „Advent" einst ein Fastenmonat war, eine überholte Vorstellung? Oder weist er nicht gerade darauf hin, dass im Advent eben noch nicht Weihnachten ist?

Fragen aus denen ich Konsequenzen ziehen möchte:

  • Ich will den Advent konsequent als Zeit der Erwartung leben: mit Advents-, statt Weihnachtsliedern, mir Zeit und Raum geben, zur Ruhe zu kommen und mich auf das Weihnachtsfest vorbereiten, indem ich Musik höre (oder mache), lese, mir Zeit für meine Familie und meine Mitmenschen nehme.

  • Ich will in der Bibel lesen, z. B. die Erzählungen aus Lukas 1, die auf Weihnachten hinführen, oder nachdenken darüber, dass es heißt, dass Christus kommt.

  • Ich will mich ein Stück weit ausklinken aus dem vorweihnachtlichen Trubel, der Geschäftigkeit, des Konsums (ich kann meine Geschenke und Lebensmittel für Weihnachten auch vor dem Heiligen Abend kaufen, der heuer auf einen Sonntag fällt) und lieber die vorweihnachtliche Stimmung unserer Städte und Orte in Ruhe genießen.

So denke ich könnte der Advent das werden, als das er einst gedacht war: eine Zeit der Erwartung und der Vorfreude auf das Weihnachtsfest, in der wir wieder neu entdecken: Gott kommt zu uns - hinein in unsere Welt - und lädt uns ein, sich neu auf ihn zu besinnen.

 

Thomas Schwab, Pfarrer in Aha

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